„Wir kommen über Kampf, Leidenschaft und Teamgeist!“

Mit frischem, überwiegend grün-weißem Blut steht die U23 des TuS Westfalia Wethmar in den Startlöchern zur kommenden Kreisliga-Saison. Nach dem Nichtabstieg durch den Saisonabbruch haben die Verantwortlichen an zahlreichen Rädchen gedreht, um einge deutlich ruhigere Spielzeit zu erleben. Dabei hat das Trainergespann mit Dominik Ciernioch und Paul Mantei im wahrsten Sinne auf die Trumpfkarte „TWW“ gesetzt und eine Kader zusammengestellt, der sehrgut zum Cappenbeger See passt. Im Interview äußern sie sich zu Zielen, perspektive und Stimmungen.

Dominik, du warst jahrelang als Trainer unserer Jugendmannschaften tätig. Wie kam es nun dazu, dass du dich für den Schritt in den Seniorenbereich entschieden hast?

Ciernioch: Ich habe viele Jahre jede mögliche Jugend betreut. Ab der B-Jugend bin ich mit meinem Bruder den Weg gemeinsam gegangen und habe diesen in den folgenden Jahren und Mannschaften betreut. Man nimmt viel aus dieser Zeit mit. Vor allem in den letzten vier Jahren habe ich eine starke Bindung und Freundschaften zu vielen Jugendlichen aufgebaut. Zum einen war der persönliche Anspruch, sich noch einmal auf einem gehobeneren Niveau zu beweisen und sich weiterzuentwickeln. Zum anderen habe ich die Chance gesehen mit den Jungs zu arbeiten, die ich schon ein paar Jahre zuvor trainiert habe. Die Kontakte über die Jahre im Jugendbereich waren dann auch entscheidend um den einen oder anderen Spieler wieder zurück zu holen. Ich denke, ich habe in den Jungs auch vieles gesehen, was mich und meine Mitspieler damals in der U23 so erfolgreich gemacht hat. Ich selber hatte zu meiner Zeit als Spieler vom TuS unter dem damaligen Trainer der U23 meine erfolgreichste und schönste Zeit. Wir waren damals ein eingeschworener Haufen der auch sehr gut befreundet war. Sachen wie Teamgeist, Ehrgeiz, Wille, starke Freundschaften, Qualität innerhalb der Mannschaft und die Verbundenheit zum Verein der einzelnen Spieler haben mich extremst an meine Zeit erinnert. Ich sehe das als Chance, diesen Kader zu formen und in ein paar Jahren erfolgreichen Fußball spielen zu lassen mit eben diesen Jungs.

 

Paul, du musstest die Fußballschuhe verletzungsbedingt leider an den Nagel hängen. Wie kam es dazu, dass du dich nur kurz danach dazu entscheiden hast, ins Trainergeschäft einzusteigen?

Mantei: Ich wollte immer ins Trainergeschäft nachdem ich meine Karriere beenden musste. Dass es so schnell geht, war nicht geplant. Allerdings bin ich sehr froh und dankbar darüber und hoffe, die Wertschätzung in Form von Erfolgen zurückzahlen zu können.

 

Was schätzt du an unserem Verein nach der langen Zeit, in der du bei uns bist?

Ciernioch: Die offene Kommunikation, die Gemeinschaft, der familiäre Umgang und die vielen Möglichkeiten den Verein mit zu entwickeln. Hier hat man über Jahre hinweg viele neue Freunde gewonnen und viele neue Kontakte geknüpft.

Mantei: Ich kann Domme da nur zustimmen. Man fühlt sich immer wohl und schätzt den gesamten Umgang miteinander im Verein.

 

Dominik, schwelge mal in Erinnerungen: Was war das schönste oder emotionalste Erlebnis, welches du in unserem Verein mitgemacht hast?

Ciernioch: Zu meiner Spielerzeit waren mit Sicherheit die Meisterschaften in der B- und A-Jugend als auch die Spanienfahrt, die da erste Mal stattgefunden hat, tolle Erlebnisse. Als Trainer waren ebenfalls die Spanienfahrten, die Saisonabschlussfahrten und die Hallenstadtmeisterschaft 2019 mit der A1 erinnerungswürdige Erlebnisse.

 

Die momentane Zeit ist ja nicht ganz so leicht, die wir durch die ganzen Corona-Vorschriften haben. Wie hast du die Zeit überbrückt, als man wegen des Lockdowns nicht auf den Platz konnte?

Ciernioch: Da habe ich mal vom Fußball abgeschaltet. Zumindest ein paar Tage, danach hat man sich wieder mit dem Thema beschäftigt und ein paar organisatorische Sachen erledigt. Ich persönlich habe auch schon Zweifel gehabt, ob wir dieses Kalenderjahr überhaupt wieder etwas mit dem Fußballplatz zu tun haben werden.

Mantei: Ich habe versucht, selbst ein wenig an meinem Körper und meiner Fitness zu arbeiten. Leider nicht so richtig mit Erfolg (lacht). Ansonsten war für uns alle viel Arbeit rund um die Vorbereitung für die neue Saison zu erledigen.

 

Kommen wir zum Sportlichen: Wie zufrieden seid ihr mit eurer Kaderplanung und wie schätzt ihr euren Kader ein? 

Ciernioch: Da bin ich sehr zufrieden. Wir hatten eine klare Vorstellung, wer in unseren Kader sollte und was die Jungs für Kriterien erfüllen sollten. Besonders wichtig war uns, wieder Jungs mit einer Wethmarer Vergangenheit zurückzuholen. Da liefen viele Gespräche und am Ende haben wir auch mehr Zusagen bekommen, als wir für möglich gehalten haben. Ich glaube, da hat unsere Trainer-Konstellation mit Paul, Harry, Alexander und mir sehr viel dazu beigetragen, dass die Jungs sich dann doch für uns und den Wiederaufbau der U23 entschieden haben.

 

Wie schätzt ihr eure Gruppe in der Kreisliga A und eure Chancen dort ein?

Ciernioch: Unsere Gruppe ist etwas ausgeglichener geworden. Wir haben mit VfL Kamen einen Aufstiegskandidaten verloren, mit Overberge aber auch einen dazu bekommen. Mit Oberaden und RW Unna haben wir zwei weitere Mannschaften in der Liga, die viel Geld in ihre Mannschaften gesteckt haben und aufsteigen wollen. Unser Ziel ist es, am Ende besser als letztes Jahr dazustehen. Wir wollen möglichst schnell viele Punkte sammeln und am besten nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Da wir einen jungen und hungrigen, aber auch unerfahrenen Kader haben, ist der Nichtabstieg erstmal das Wichtigste für uns.

Mantei: Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Dafür gehen wir auf dem Platz. Man muss natürlich realistisch bleiben. Die Staffel ist stark besetzt und das von Domme genannte Ziel, ist für uns alle klar.

 

Ihr habt eine sehr junge Mannschaft, einige absolvieren erst ihre erste oder zweite Saison im Seniorenbereich. Worauf legt ihr im Training am meisten Wert? 

Ciernioch: An erster Stelle steht für uns der Teamgeist. Wir sind eine zweite Mannschaft und diese kommen bekanntlich über Kampf, Leidenschaft und Teamgeist. Wir wollen uns auch als eine geschlossene, mit dem Verein verbundene Einheit präsentieren. Die Jungs zu fördern und zu entwickeln ist uns besonders wichtig, dies geht aber nur gemeinsam und über den Teamgeist. Zudem wollen wir auch zukunftsorientierte Arbeit leisten und den einen oder anderen Spieler an die erste Mannschaft ranführen. Da sind wir Trainer im ständigen Austausch.

Mantei: Darüber hinaus müssen die Jungs sich auf jeden Fall an die Senioren-Härte gewöhnen und auf sie einstellen. Da werden sie ihre Erfahrungen in den Spielen machen.

 

Wie verlief eure Saisonvorbereitung und was habt ihr für die letzte Woche bis zum Saisonstart geplant? Gab es in der Vorbereitung spezielle Events? 

Ciernioch: Die letzte Woche werden wir nochmal an einigen Stellschrauben drehen, um uns gut auf das erste Spiel vorzubereiten. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf die taktische Ausrichtung der U23. Da werden wir in den folgenden Trainingseinheiten nochmal Gas geben. Ansonsten verlief die Saisonvorbereitung ganz ordentlich bis auf einen Ausrutscher. Zudem waren wir beim Swingolf und haben eine Grillparty veranstaltet. Natürlich waren die Jungs auch den einen oder andern Freitag noch im Vereinsheim und haben geknobelt. Im Großen und Ganzen war dies eine gute Vorbereitung.

 

Habt ihr das Gefühl, dass eure Mannschaft gut harmoniert? 

Ciernioch: (lacht) Da mache ich mir gar keine Sorgen. Auch wenn wir einige Spieler dazu bekommen haben, haben wir darauf geachtet, dass es auch menschlich passt. Die Jungs in unserem Kader kennen sich schon sehr lange und harmonieren super. 

 

Eine abschließende Frage: Was ist dein größter Wunsch in der momentanen Zeit?

Ciernioch: Mein größter Wunsch in dieser Zeit wäre, dass wir schnell einen Impfstoff gegen das Coronavirus finden und wir wieder einen geregelten Ablauf haben. Natürlich wünsche ich mir auch, dass wir alle gesund bleiben.

Mantei: Die Gesundheit aller steht im Vordergrund. Zudem wünsche ich mir Normalität im Alltag, im Fußball und im Berufsleben. Des Weiteren wünsche ich mir viele Erfolge für den TuS und eine stets gut gelaunte Freundin (lacht)

 

 

 

von | Sep 4, 2020 | Allgemein, News