U23 feiert Sieg des Willens, Erste und Dritte patzen

Westfalia Wethmar – SG Massen 1:5 (1:2). In einer schwierigeren Phase befindet sich momentan unsere 1. Mannschaft. Zur Entspannung konnte auch das Heimspiel gegen die SG Massen nicht beitragen, denn am Ende stand ein 5:1-Erfolg für die Kreisstädter zu Buche. Dabei musste die Westfalia, wie schon beim letzten Heimspiel gegen den Königsborner SV, einen frühen Platzverweis hinnehmen.

Dieses Mal traf es Nicolas Jansen, der bereits gelbverwarnt kurz vor der Grundlinie eine Grätsche ansetzte, dabei knapp den Ball verfehlte und dafür seinen Gegenspieler traf. Die logische Konsequenz für den Schiedsrichter war daraufhin die Ampelkarte für Jansen (22.). „Der Platzverweis hat unser eigenes Spiel sehr stark beeinflusst“, sagte Coach Paul Mantei, der den erkrankten Steven Koch am Sonntag an der Seitenlinie vertrat.

Nach dem Platzverweis übernahm die SGM immer mehr das Kommando über die Partie und versuchte, den TuS in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Die Grün-Weißen hielten aber leidenschaftlich dagegen und versuchten ihrerseits immer wieder Nadelstiche zu setzen. Den ersten Nadelstich einer ereignisreichen Schlussphase in der ersten Halbzeit sollte dann aber der Gast aus Massen setzen. Nach einem Eckball war SGM-Spielertrainer Köhler mit dem Kopf am Ball und setzte diesen zur Führung der Kreisstädter in die Maschen (41.). Aber auch unser TuS sollte nach einer Standardsituation treffen. Ein Freistoß aus dem Halbfeld kam im Strafraum aus dem Gewühl heraus zu Bastian Pöhlker, der den Ball aufs Tor brachte. Bevor der Ball die Linie überquerte, hatte wohl noch ein SGM-Akteur den Fuß am Ball, sodass der Treffer als Eigentor gewertet wurde (45.). Die erste Halbzeit sollte aber noch nicht vorbei sein. Mit der letzten Aktion spielte SGM-Außenverteidiger Schnee eine Flanke in den Strafraum. Diese verunglückte etwas, sodass sie direkt aufs Tor ging. TuS-Schlussmann Marceau Adamsky, der erneut den noch gesperrten Florian Fischer ersetzte, war etwas überrascht und konnte den Ball nur an die Latte lenken. Von dieser sprang der Ball zurück ins Feld, wo SGM-Akteur Klütz nur den Fuß hinhielt und zur Massener Führung abstaubte (45. +1).

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts ließ die Mantei-Elf den Kopf nicht hängen und versuchte weiterhin, Aktionen nach vorne zu setzen. Diese Ambitionen wurden aber nach einer weiteren Standardsituation der Gäste zunichte gemacht. Adamsky konnte den Ball nicht erreichen, auch die anderen TuS-Akteure waren nicht komplett auf der Höhe, sodass Üstün ins leere Tor einnetzen konnte (49.). Im weiteren Spielverlauf schwanden bei den Hausherren zunehmend die Kräfte. Dabei spielten natürlich der frühe Platzverweis sowie die Tatsache, dass einige TWW-Kicker krankheitsbedingt überhaupt nicht oder nur wenig trainieren konnten, eine große Rolle. Linienchef Mantei brachte noch einmal frische Kräfte ins Spiel, aber auch diese konnten keine großen Akzente mehr setzen. Letztlich war es die SGM, die mit einem Doppelschlag in der 70. und 72. Spielminute den Endstand herstellen konnte. „Die ersten drei Treffer dürfen nicht so einfach fallen, das ist bitter“, sagte Mantei, verteilte aber ein Lob an seine Mannschaft für den Auftritt im zweiten Spielabschnitt: „Sie haben das gezeigt, was wir uns in der Pause vorgenommen haben.“

Für die Westfalia geht es nach dem spielfreien Totensonntag mit einem Auswärts-Doppelpack gegen die weitestgehend unbekannten Schwerter Mannschaften weiter. Zuerst steht am 28. November das Spiel beim ETuS/DJK Schwerte an, ehe es eine Woche später beim VfL Schwerte zur Sache geht. Beim letzten Heimspiel am 12. Dezember heißt es dann wieder Derby-Time, wenn man den Lüner SV II am Cappenberger See empfängt.

Westfalia Wethmar U23 – TuRa Bergkamen 3:2 (1:1). Mehr Drama geht fast nicht: In einer bis zur letzten Sekunde spektakulären Partie behielt die U23 des TuS Westfalia Wethmar gegen TuRa Bergkamen knapp mit 3:2 die Oberhand.

Höhepunkt des Tages: In der Nachspielzeit hatten die Gäste per Strafstoß die Gelegenheit, den Ausgleich zu erzielen, doch der Ex-Wethmarer Gül drosch den Ball in den Fangzaun. Eine weitere gute Nachricht in Bezug auf diese Szene folgte am späten Abend: Lenny Schumann verletzte sich bei der Aktion scheinbar schwer und wurde mit Verdacht auf Knöchelbruch ins Krankenhaus gebracht. „Es ist aber wahrscheinlich nur ein schwere Prellung“, gab sich Trainer Dominik Ciernioch erleichtert.

Apropos Erleichterung: In einer wilden Schlussphase inklusive Abwehrschlacht – Niklas Rogge sah wegen Beleidigung ebenso „Rot“ wie ein Bergkamener, der wegen eines Ellbogen-Checks inmitten einer Rudelbildung bestraft wurde – retteten die Hausherren den Sieg über die Zeit. „Da habe ich wirklich Nerven gelassen. Immerhin hat der Schiedsrichter fast dreizehn Minuten nachspielen lassen“, stammelte Ciernioch.

Zuvor hatte er schon ein Wechselbad der Gefühle erlebt, denn die ambitionierten Gäste spielten stark auf. Allerdings hielt der TuS sehr gut dagegen und verkrafteet auch den Rückstand zum 0:1. „Wir haben als geschlossene Einheit agiert und vor allem gut gegen den Ball gearbeitet“, lobte der TWW-Coach, der das 1:1 durch Rogges Abstauber bejubeln durfte.

Das 2:1 kurz nach dem Wechsel fiel nach dem gleichen Strickmuster: Arne Neuhäuser brachte den Ball scharf in die Mitte, wo diesmal ein TuRa-Verteidiger den unfreiwilligen Abnehmer gab und ins eigene Netz einschoss. Nach dem 2:2 durch ein herrliches Freistoßtor war es letztlich Max Hane vorbehalten, der nach exakt einer Stunde eine schöne Kombination mit seinem eigentlich schwächeren rechten Fuß zum entscheidenden Siegtor abschloss.

„Das war heute ein echter Sieg des Willens“, freute sich Ciernioch abschließend und hatte nur noch einen letzten leisen Satz der Kritik übrig. „Sicherlich hätten wir den Sack beim Stand von 2:1 früh zumachen müssen. In manchen Situationen müssen wir die Box einfach besser besetzen und einen konzentrierten Abschluss aufs Tor bringen.“

SV Langschede II – Westfalia Wethmar 4:2 (4:1). Auch einen Tagspäter war der Ärger über die verlorene Partie noch nicht verraucht. „Ich bin stinksauer! Das war die schlechteste erste Halbzeit, die wir je gespielt haben, seit wir das Wethmarer Triko tragen“, schimpfte Trainer Andree Neuhaus.

Nach einer halben Stunde stand es bereits 1:4, obwohl sich die abermals ersatzgeschwächten Gäste vor dem Anpfiff noch gezielt eingeschworen hatten, im Vergleich zur Vorwoche insbesondere bei Standards aufmerksamer zu verteidigen. „Und dann kassieren wir nach 90 Sekunden das 0:1 nach einer Ecke“, sagte Neuhaus, der nach Zurstraßens Fernschuss zum 1:1 ganz schwere Minuten durchmachen musste.

Denn Langschede, das fußballerisch nichts zu bieten hatte, nutzte einen Fehler nach dem anderen in der löchrigen Defensive der Grün-Weißen aus. „Die konnten eigentlich nur pöhlen, aber für uns hat es gereicht“, meinte der TuS-Coach, der nach dem vierten Gegentreffer sogar zu einem ganz alten Hausmittelchen greifen musste. „Ich habe dann auf Libero umgestellt. Damit kam Langschede nicht zurecht und war im Anschluss offensiv ausgeschaltet.“

In der zweiten Halbzeit versuchte Wethmar noch einmal, das Ruder herumzureißen. Brinkmann traf schnell zum 2:4, allerdings waren die folgenden Aktionen nicht mehr zwingend genug, um den Schaden der ersten Hälfte zu reparieren. Neuhaus kündigte entsprechende Maßnahmen an. „Am Freitag werden wir nicht trainieren, sondern eine ausgiebige Mannschaftssitzung ansetzen“, erklärt der Coach, der sich über das spielfreie kommende Wochenende freut. „Danach sollten wir personell auch besser dastehen, um wiedere mehrere Alternativen im Kader zu haben.“

von | Nov 14, 2021 | Allgemein, News