Gute Schlussphase, böse Schlussphase

 

Bezirksliga

DJK/ETuS Schwerte – Westfalia Wethmar 2:2 (2:1). Die 1. Mannschaft ist am Sonntag mit einem blauen Auge davongekommen: Erst kurz vor Schluss gelang Cihad Kücükyagci mit einem sehenswerten Schuss aus der Distanz der 2:2-Endstand und eine wendete so eine äußerst bittere Niederlage ab. Die Grün-Weißen konnten somit den Abstand zum Kellerkind wahren, verpassten es aber nach einem eher durchschnittlichen Spielt, sich etwas Luft im unteren Tabellendrittel zu verschaffen.

Die Gäste hatten erhebliche Mühe, sich in die enorm wichtige Partie hineinzufinden. „Wir sind absolut nicht ins Spiel gekommen“, kritisierte Trainer Steven Koch, der vor allem die mangelnde Zweikampfbereitschaft monierte. „In den Eins-gegen-eins-Situationen waren wir überhaupt nicht präsent.“

Dementsprechend erarbeite sich der Tabellendrittletzte, der bis dato mit 50 Gegentoren die Schießbude der Liga darstellte, einige Vorteile und ging folgerichtig auch mit 1:0 in Führung, als ein scharf getretener Freistoß im Wethmarer Netz einschlug. Nur wenig später nutzte Schwerte einen weiteren Standard und erhöhte nach einer kurz ausgeführten Ecke auf 2:0.

„Danach wurde es besser!“, sagte Koch nüchtern. Osterholz sorgte quasi mit dem Pausenpfiff für den Anschluss und eröffnete damit die Offensive für die zweite Halbzeit. „Wir hatten viele Kontersituationen, die wir aber entweder leider schlecht ausspielen oder die von der Schiedsrichterin zurückgepfiffen wurden.“ Dabei gingen die Meinungen der Frau in schwarz und die des Wethmarer Coaches in Sachen Abseits-Auslegung sehr weit auseinander. Letztlich sorgte dann Kücükyagcis Gewaltakt für den Ausgleich, nachdem die Hausherren zuvor klar im Pech gewesen und zwei Mal am Pfosten gescheitert waren.

Tore: 1:0 (29.), 2:0 (33.), 2:1 (44.) Osterholz, 2:2 (87.) Kücükyagci.

Kreisliga A Unna/Hamm

Kamener SC – Westfalia Wethmar U23 3:2 (1:1). Als bereits die 96. Minute lief, lag die U23 noch knapp mit 2:1 in Front und war damit kurz davor, dem bisher ungeschlagenen Tabellenführer die erste Niederlage beizubringen. „Doch dann geschahen tatsächlich unglaubliche Dinge!“, erinnerte sich Trainer Dominik Ciernioch an eine endgültige Schlussphase, die er zuvor wohl nur selten miterlebt hatte.

Zunächst erzielten die immer wieder anrennenden Hausherren nach einem Angriff über die Außenbahn und einer scharfen Flanke das 2:2, ehe der Anstoß und die folgenden ersten Pässe der Grün-Weißen ziemlich daneben gingen. Die Folge: Marcel Ciernioch zog im wahrsten Sinne die Notbremse und kassierte die rote Karte. Das Problem: Der anschließende Freistoß landete direkt im Knick und besiegelte die völlig unglückliche Niederlage der tapferen Gäste. „Man kann den Jungs absolut keinen Vorwurf machen, es war einfach nur ein klasse Spiel von uns“, sagte Ciernioch, der die gleichen Worte zuvor auch von seinem Kamener Trainer-Kollegen bekommen hatte. Dass Wethmar nun am Ende ohne Punkte dastehe, sei natürlich umso bitterer.

Dennoch sei die Stimmung in der Kabine eher positiv gewesen, zu gut sei einfach die Leistung eines jeden einzelnen gewesen. Nach 80 Minuten schnupperten die Grün-Weißen nämlich an einer kleinen Sensation, als Arne Neuhäuser nach einem glänzenden Spielzug nur noch den Fuß zum 2:1 hinhalten musste. Kurz vor dem Wechsel hatte Max Hane eine ähnliche Kombination mit einem starken Linksschuss abgeschlossen und die frühe Führung des Favoriten ausgeglichen.

Dieses 0:1 warf den TuS nicht aus der Bahn. Stattdessen überzeugte das komplette Kollektiv durch eine starke Defensivleistung, nach einer halben Stunde verlagerten sich die Spielanteile und die Chancen sogar auf die Wethmarer Seite. Apropos Chancen: Die allergrößte Gelegenheit und damit die Möglichkeit zur endgültigen Entscheidung verpasste die Westfalia nach 86 Minuten. „Wir sind mit drei gegen eins auf das Kamener Tor zugelaufen, haben dann aber die falsche Entscheidung getroffen“, stöhnte Ciernioch, der zudem auch den Platzverweis von Benedikt Lehn wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit verkraften musste (87.).

Tore: 1:0 (13.), 1:1 (43.) M. Hane, 1:2 (79.) Neuhäuser, 2:2 (90.+6), 3:2 (90.+8).

Kreisliga C Unna/Hamm

Westfalia Wethmar III – TSC Kamen III 3:0 (0:0). Mit einem einmal mehr arg geschröpften Kader stürmte die 3. Mannschaft dennoch ungefährdet zum nächsten Heimsieg und hat damit nur sechs Zähler Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. „Der Gegner war heute kein Maßstab“, erklärte Trainer Andree Neuhaus. „Der TSC ist eigentlich nur bei uns angetreten, um nicht zu verlieren.“

Die Gäste wurden über neunzig Minuten nicht ein einziges Mal richtig gefährlich. Dies lag allerdings auch an einer Systemumstellung, die der TuS-Coach im Vorfeld umgesetzt hatte. „Das wichtigste neben den drei Punkten war heute für mich, dass wir zu Null spielen!“ Dies gelang, und nach einer eher unspektakulären ersten Halbzeit ließen die Grün-Weißen dann Ball und Gegner gehörig laufen und zogen das Tempo an.

Die Tore waren dementsprechend nur noch eine Frage der Zeit: Schließlich war es Basti Zurstraßen, der zwei tolle Spielzüge finalisierte und seine Farben damit auf Siegkurs brachte. Quasi mit dem Abpfiff setzte Fusten dann den Schlusspunkt zum 3:0, wobei zahlreiche vielversprechende Konter letztlich nicht zu weiteren Torerfolgen führten. Am kommenden Wochenende geht es dann zum Königsborner SV III. „Dort wollen wir natürlich wieder etwas holen“, so Neuhaus, der etwas mit dem Spielplan hadert, denn die Zweitvertretung des KSV hat spielfrei und kann somit in der C-Liga unterstützen.

Tore: 1:0 (59.) Zurstraßen, 2:0 (86.) Zurstraßen, 3:0 (90.) Fusten.

von | Nov 28, 2021 | Allgemein, News