Fred Fischer wird zum Derby-Helden

Es ist eine Geschichte, wie sie wahrscheinlich nur der Fußball schreibt. Erstes Derby im Seniorenbereich und dann gleich Derby-Held: Frederic Fischer, von allen nur „Fred“ gerufen, erlebte am Samstag genau dies.

Was für eine Stimmung, was für ein Kaiserwetter, was für eine berauschende Kulisse: Die 89. Spielminute lief beim Derby zwischen dem TuS Westfalia Wethmar und dem BW Alstedde am Cappenberger See, als Benedikt Lehn auf der linken Seite an den Ball kam. Er sah den sich in der Box lösenden Frederic Fischer und spielte eine punktgenaue Flanke. Fischer nahm den Ball gekonnt mit, ließ seinen Gegenspieler stehen und schloss ins lange Eck ab. Als der Ball die Linie zum Tor des Tages passierte, kannte der Jubel auf Seiten der Grün-Weißen keine Grenzen. Alle stürmten auf Fischer zu und es bildete sich eine riesige Jubeltraube.

Das Spiel war aber noch nicht vorbei und einen Schreckmoment mussten die Grün-Weißen noch überstehen, als ein Missverständnis dazu führte, dass Keeper Florian Fischer einen langen Ball der Gäste unterlief. In einer gemeinsamen Rettungsaktion sorgte die Wethmarer Defensivreihe aber dafür, dass es nur zu einem Eckball für die Blau-Weißen kam. Als der gut leitende Schiedsrichter die Partie dann abpfiff, brachen endgültig alle Dämme. Torschütze Frederic Fischer wurde von allen Seiten geherzt und konnte sich vor Glückwünschen kaum retten und auch das beliebte „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“ erklang. Derby-Held Fischer war nach Spielschluss dann auch emotional: „Das ist natürlich ein geiles Gefühl und die Freude absolut riesig!“

Die erste Halbzeit an sich ist relativ schnell erzählt und bot den rund 900 anwesenden Zuschauern nur wenige Highlights, da beide Mannschaften sehr gut aufeinander eingestellt waren. Auf beiden Seiten fehlten zudem Tempo und Zielstrebigkeit in den Aktionen, sodass es nur zu wenigen Tormöglichkeiten kam.
Diese verteilten sich dann auch eher auf das letzte Drittel des ersten Spielabschnitts. So scheiterte erst Alsteddes Saku an Schlussmann Fischer. Nur kurze Zeit später hatte Dennis Wager den Führungstreffer für die Westfalia auf dem Fuß, scheiterte aber an BWA-Keeper Krause. In der Schlussphase gab es dann auf Alstedder Seite Jubel, als Alsteddes Cicek erst am stark reagierenden Fischer scheiterte, dann aber den Ball im Nachschuss über die Linie bugsierte. Der Jubel wurde vom Schiedsrichter aber im Keim erstickt, da sein Assistent eine Abseitsposition erkannt hatte. So ging es dann auch torlos in die Pause.

Mit etwas mehr Feuer in ihren Aktionen kamen sowohl die Mannen vom Cappenberger See als auch die vom Heikenberg aus der Kabine. Leider sorgte das höhere Tempo gleichzeitig auch für eine erhöhte Fehlerquote, sodass die Angriffsaktionen auf beiden Seiten zumeist nicht über ordentliche Ansätze hinauskamen.

Auch im zweiten Spielabschnitt häuften sich die Chancen erst im letzten Drittel. Den Anfang machte Wagner, der mit einem Seitfallzieher das Alstedder Gehäuse verfehlte. Weiter ging es mit Cihad Kücükyagci, der am Strafraumrand schön freigespielt wurde, aber dessen Abschluss ein Stück über den Kasten der Blau-Weißen ging. Die beste Chance bis dahin hatten dann aber an die Gäste, als Knappmann Torhüter Fischer zu einer sehenswerten Parade zwang. Aber dann kam Derby-Held Frederic Fischer mit dem goldenen Tor.

Torhüter und Kapitän Florian Fischer richtete nach dem Spiel noch ein paar Worte an die TuS-Fans: „Es war ein überragender Tag heute. Wir möchten euch natürlich danken für die Unterstützung, die hat man wirklich auf dem Platz gespürt. Ich war auch noch nervös mit meinen 33 Jahren. Es ist einfach superschön, heute bei diesem Wetter noch die Möglichkeit zu haben, mit euch ein Bierchen zu trinken und ein bisschen zu singen und zu feiern. Ich hoffe, wir haben mit dem Ergebnis heute unseren Teil an euch zurückgegeben!“ Die Feierei der Westfalia-Akteure dauerte dann auch bis in den späten Abend hinein, welche sie sich nach diesem Herzschlagfinale auch verdient haben.

von | Sep 8, 2021 | Allgemein, News