Der nächste Favorit taumelt am See

Die 1. Mannschaft des TuS Westfalia Wethmar ist weiter im Höhenflug: Diesmal wies die Mannschaft um Trainer Steven Koch den Tabellenführer VfR Sölde in die Schranken und gewann mit 2:1. Dagegen verlor die U23 unglücklich gegen Billmerich, während die Dritte ein Remis in Holzwickede ergatterte.

Westfalia Wethmar – VfR Sölde 2:1 (1:0). Ein echter Überraschungs-Coup gelang der 1. Mannschaft des TuS Westfalia Wethmar am vergangenen Sonntag. Mit einer geschlossen starken Mannschaftsleistung schlug die Elf von Trainer Steven Koch den bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer VfR Sölde mit 2:1.

Auf der heimischen Anlage am Cappenberger See scheint man sich also zum echten Favoritenschreck zu entwickeln, konnte man dort doch bereits den hochgehandelten TuS Hannibal bezwingen und auch den ASC 09 Dortmund II an den Rand einer Niederlage bringen. Trotz der starken Mannschaftsleistung sollte es aber auch einen Mann des Spiels geben. Sein Name: Nico Sonnen. Das 21-jährige Westfalia-Urgestein war es, der beide Treffer des TuS erzielte. „Es freut mich, dass ich der Mannschaft mit meinen beiden Toren helfen konnte, das Spiel zu gewinnen. Ich fühle mich da vorne einfach wohl“, freute sich Sonnen.

Bei den grün-weißen Toren sollte der Matchplan auch vollends aufgehen. So stand die Westfalia überwiegend sehr tief und überließ Sölde bewusst den Ball. Nach Balleroberung sollte es dann fix nach vorne gehen. So lief am Cappenberger See auch erst die siebte Spielminute, als Sonnen gut in Szene gesetzt wurde, dann am Gäste-Torwart vorbeizog und mit links ins Tor abschloss.

Und auch zwei ganz enge Entscheidungen bekamen die Zuschauer geboten. Als Sonnen zwanzig Meter vor dem Sölder Tor aus der Drehung einen überragenden Knaller losließ, der an die Unterkante der Latte ging, stellte sich die Frage: Tor oder kein Tor? Sonnen war sich sicher, dass der Ball hinter der Linie aufkam und drehte schon zum Jubel ab, aber da hatte er die Rechnung ohne die Entscheidung des Schiedsrichters gemacht. Denn dieser entschied aus seiner Position heraus auf Weiterspielen.

Nur kurze Zeit später kam Sonnen erneut zum Abschluss. Diesen parierte VfR-Keeper Preuß stark. Den Abpraller brachte Max Strecker wieder aufs Gäste-Gehäuse, wo Sonnen dann den Kopf hinhielt und einnickte. Aber auch hier kehrte schnell Ernüchterung ein, als der Unparteiische auf Abseits entschied. „Das hat mich schon geärgert. Der Ball war klar hinter der Linie, sonst würde ich ja nicht zum Jubeln abdrehen. Und ich habe bei der zweiten Situation auch darauf geachtet, dass ich nicht im Abseits stehe“, ärgerte sich der Doppel-Torschütze nach Spielschluss.

Sölde wusste fast das ganze Spiel über kaum etwas mit dem vielen Ballbesitz anzufangen und suchte immer wieder eine Lücke im Wethmarer Defensivverbund, die dieser aber nicht offenbarte. So kamen dann überwiegend Flanken in den grün-weißen Strafraum gesegelt, die Keeper und Kapitän Florian Fischer eher nur ein müdes Lächeln abringen konnten. Als die Gäste Mitte der zweiten Halbzeit aber so etwas wie eine Drangphase entwickeln konnte, stach der TuS erneut zu. Einen starken Diagonalball auf die linke Seite nahm Strecker stark mit und bediente anschließend Sonnen, der an der Strafraumgrenze stand. Er wackelte seine Gegenspieler aus, sah dann eine Lücke und schlenzte das Spielgerät in die linke untere Torecke (69.).

Wer nun geglaubt hatte, das Spiel sei bereits entschieden, der sollte eines Besseren belehrt werden. Eine Flanke in den Strafraum der Hausherren rutschte einem Westfalia-Verteidiger durch, sodass Söldes Torjäger Marvin Koschinski an die Kugel kam und diese humorlos aus 12 Metern unter die Latte einschweißte (78.). Sölde blies im Anschluss an den Treffer noch zur Schlussoffensive, konnte sich aber nicht mehr in eine entsprechende Abschlussposition bringen. Den Schlusspunkt des Spiels bildete dann noch eine Rote Karte gegen einen VfR-Akteur für ein Foul auf Höhe der Mittellinie.

Westfalia-Linienchef Koch war nach Spielschluss auch sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir die Mannschaft mit den besseren Chancen waren und das zweite Tor nachlegen müssen. Das ist uns dann auch geglückt. Da muss ich der Mannschaft insgesamt einfach ein großes Lob aussprechen. Die Leistungen der vergangenen Wochen sind echt stark.“ Mit dem Erfolg gegen das Spitzenteam aus Dortmund setzten sich die Mannen vom Cappenberger See auf Platz sechs der Tabelle. Am kommenden Sonntag peilt die Koch-Elf auch den nächsten Derby-Erfolg an, wenn man zu Gast beim BV Brambauer 13/45 ist.

Westfalia Wethmar – SV BR Billmerich 1:2 (1:0). Restlos bedient war Trainer Dominik Ciernioch nach dem sinnlos verlorenen Spiel, denn vor allem aufgrund einer bärenstarken ersten Halbzeit konnte er es nicht fassen, dass seine Elf nach neunzig überwiegend dominanten Minuten doch als Verlierer vom Feld schlich. „Wir haben uns einmal mehr nicht belohnt für unseren Mega-Aufwand“, meinte der Coach.

Bis zum Pausenpfiff hatten die grün-weißen Offensivkräfte mindestens zehn gute Chancen auf ihren Schlappen, allerdings brachte lediglich Marcel Ciernioch eine schöne Kombination zu Ende. „Danach haben wir mehrfach eine Vorentscheidung verpasst, unsere Chancenverwertung müssen wir einfach dringend aufbessern“, moniert der Wethmarer Trainer, der in der Defensive auch zwei brenzlige Situationen verbuchte. Allerdings hielt Lukas Maschinski, der nach jahrelanger Pause sein Comeback beim TuS feierte, seinen Kasten noch sauber.

Nach dem Wechsel musste der Gastgeber umstellen: Der starke Zehner Fred Fischer und Niklas Urban mussten vom Feld, sodass der spielerische Faden leicht anriss. Dennoch bot sich der Westfalia erneut die Chance zum 2:0, doch letztendlich sollte die stärkste Phase der Gäste für die Entscheidung sorgen. Mit zwei Treffern in schneller Folge drehte Billmerich die Partie: Zunächst landete ein Pass im Wethmarer Aufbauspiel in den Füßen eines SVB-Stürmers, kurz darauf krachte ein Ball ans Lattenkreuz und der folgende Abstauber zappelte im Netz.

Danach konnte sich der TuS nicht mehr aufrappeln. „Nach den beiden Gegentoren war es eine schwere Geburt“, sagte Ciernioch. „Wir haben den Gegner fahrlässig wieder ins Spiel zurückgeholt und stehen am Ende wieder mit leeren Händen da. Das ist einfach nur ärgerlich!“

Holzwickeder SC IV – Westfalia Wethmar III 3:3 (1:1).

Tore: 1:0 (23.), 1:1 (33.) Rogge, 1:2 (46.) Gloger, 2:2 (64.), 3:2 (73.), 3:3 (86.).

von | Okt 17, 2021 | Allgemein, News