2:1 wird zur schönen Routine

ASC Dortmund II – Westfalia Wethmar 1:2 (1:1). An diese Regelmäßigkeit könnte man sich glatt gewöhnen: Die 1. Mannschaft des TuS Westfalia Wethmar rast weiter in der Erfolgsspur und landete beim ASC Dortmund II den dritten 2:1-Erfolg hintereinander.

Dabei war ein ganz besonderer Akteur am gestrigen Sonntag der Matchwinner, denn Jason Jäger, eigentlich noch auf den Spielberichtsbögen der A-Junioren zu finden, erzielte nach 66 Minuten den entscheidenden Treffer. Trainer Steven Koch war begeistert: „Was Jason als Junior zurzeit an den Tag legt, ist schon wirklich Wahnsinn! Sein Tempo und seine momentane Unbekümmertheit helfen uns enorm!“

Das frühe 0:1 nach einer Viertelstunde, das der Gastgeber mit einem feinen Lupfer markierte, war also damit schon lange kein Thema mehr, zumal die Westfalia eigentlich von Beginn fokussiert und teilweise dominant in der Partie war. Nachdem der Aplerbecker Alex Rotgang vom Platz geflogen war, besorgte Nico Sonnen mit einem berechtigten Elfmeter den Ausgleich (27.). Allerdings stellte der Schiedsrichter die nummerische Gleichheit wenig später schnell wieder her und zeigte auch Rafael Mark den roten Karton nach einem Foulspiel. „Beide Karten waren meiner Meinung zu hart“, resümierte Koch, dessen Trainerkollege der gleichen Ansicht war.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie, große Chancen blieben zunächst Mangelware, da sich im Spielaufbau beider Teams und damit im Mittelfeld die Zahl der Zweikämpfe häufte. Erst Jason Jäger brach den Bann und jagte den Ball mit einem stramm Strahl in die Maschen.  Auch ein weiterer Youngster konnte schließlich noch glänzen: Marceau Adamsky konnte einen gefährlichen ASC kurz vor Schluss – wie schon in der Vorwoche – bravourös entschärfen. „Da hat Marceau uns die Punkte festgehalten. Das hat er als Ersatz für Florian Fischer heute erneut wirklich gut gemacht“, so Steven Koch, der sich nun über ein 11-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge freuen darf. Die Mannschaft feierte dies mit einem Jubelfoto und hielt dabei das Trikot ihres leider verletzten Stammkeepers symbolisch in die Kamera.

Weiteres Schmankerl am Rande: Nach dem Rückzug des Lüner SV II wird sich der Abstand nach unten weiterhin bergrößern, da dem TuS nur ein Zähler (2:2 im Hinspiel) abgezogen wird, der Großteil der Konkurrenten im Tabellenkeller wird drei Punkte verlieren.

GS Cappenberg – Westfalia Wethmar U23 1:1 (0:0). Mit nur einem Punkt im Gepäck ist der Wethmarer Talentschuppen namens U23 aus dem intensiv geführten Derby gegen GS Cappenberg an den Cappenberger See zurückgekehrt. Viel schlimmer als die verlorenen zwei Punkte wiegen aber die zahlreichen Verletzten auf Seiten der Grün-Weißen, die nach dem Spiel allesamt ins Krankenhaus mussten.

Es ist Wahnsinn, dass nach einem Spiel vier Spieler mit unterschiedlichen Verletzungen jeweils ins Krankenhaus mussten. So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte U23-Coach Dominik Ciernioch und fügte anschließend noch Genesungswünsche hinzu: „Wir alle wünschen unseren verletzten Jungs eine gute Besserung und hoffen, dass sie schnellstmöglich wieder mit uns auf dem Platz stehen.“

Wer am Sonntagnachmittag nach einem fußballerischen Leckerbissen suchte, der war am Cappenberger Kohuesholz definitiv an der falschen Adresse. Denn hier erwarteten die Zuschauer viele hart und verbissen geführte Zweikämpfe, die teilweise über das Limit des Normalen hinausgingen. Der Schiedsrichter trug mit Schwächen in der Zweikampfbewertung und fehlenden persönlichen Strafen keineswegs dazu bei, das Geschehen auf dem Platz in die richtigen Bahnen zu lenken. „Der Schiedsrichter hätte auf beiden Seiten härter durchgreifen müssen“, lautete Cierniochs Meinung.

Als ersten Verletzten erwischte es Felix Pella, der bereits nach drei Minuten mit einer Hüftverletzung den Platz verlassen musste und von Riaan Neutzner ersetzt wurde. Die Westfalia versuchte, sich von der Hektik nicht anstecken zu lassen und die eigenen Qualitäten auf den Platz zu bringen. Das gelang der Mannschaft von Coach Dominik Ciernioch in der ersten Halbzeit über weite Strecken sehr gut und zeigte damit eine deutliche Leistungssteigerung zu den vergangenen beiden Ligaspielen. Die dickste Möglichkeit im ersten Spielabschnitt gab es auf Seiten des TuS. Neutzner erlief einen Rückpass Richtung GSC-Schlussmann Sperl. Beim Vorbeiziehen wurde er allerdings zu weit nach außen abgedrängt, sodass sein Schuss auf das Cappenberger Gehäuse verteidigt werden konnte.

Mitte der ersten Halbzeit erwischte es dann Moritz Möller, der einen harten Schlag auf den linken Fuß einstecken musste. Er hielt noch bis zum Halbzeitpfiff durch, konnte nach Spielende aber nur gestützt von seinen Mitspielern die Anlage verlassen. Für ihn kam dann zum Wiederanpfiff Tom Stüwe ins Spiel.

Auch die zweite Halbzeit war bestimmt von Zweikämpfen und Fouls. Die U23 war weiterhin das bessere Team und konnte sich ein paar Torchancen erspielen. Cappenberg tat nur wenig für das Spiel und beschränkte sich zumeist auf das Verteidigen und das Schlagen von langen Bällen. Torgefahr entwickelten sie dabei keine. Die Partie wurde dann noch hitziger und es entwickelte sich auch noch etwas Trash-Talk zwischen den Beteiligten. Dann erwischte es bei einem unglücklichen Duell auch noch Linus Horn, der mit einer Kopfverletzung den Platz verlassen musste. Für ihn kam Benedikt Lehn ins Spiel.

Bereits in der Endphase der Partie spielte sich der GSC auf der linken Seite in Richtung Grundlinie. Die Hereingabe ging im Strafraumzentrum an Freund und Feind vorbei und fand dann GSC-Akteur Pohl, der Keeper Niklas Dvorak mit seinem Abschluss unter den Querbalken keine Abwehrmöglichkeit (78.).

Die Grün-Weißen warfen nun alles nach vorne und konnte sich nun starke Möglichkeiten erspielen. Nach einer guten Kombination über links spielte Jonas Allefeld den Ball Richtung Elfmeterpunkte. Da kam Stüwe perfekt eingelaufen und musste den Ball eigentlich nur noch verwerten, scheiterte aber an Sperl. Nach einer Ecke setzte Marcel Ciernioch einen Kopfball nur knapp über das Gehäuse. Nach einer weitere Ecke sollte der eingewechselte Lehn dann kurz vor Schluss für kollektiven Jubel beim Talentschuppen sorgen. So nahm er einen zu kurzen Klärungsversuch aus knapp 20 Metern direkt und schweißte die Kugel ins Kreuzeck ein – ein absolutes Traumtor (88.). Im Jubel ging es fast unter, dass Neutzner liegengeblieben war und noch ein stark angeschwollenes Knie als „Andenken“ aus dem Spiel mitnahm.

Bei Wethmar stach über die kompletten 90 Minuten besonders Niklas Pella heraus, der als Mittelfeldmotor immer wieder antrieb und auch keinem Zweikampf aus dem Weg ging und von Ciernioch als „Man of the Match“ betitelt wurde.

„Wir hatten mehr vom Spiel und hätten zwei, drei Tore machen müssen. Trotzdem kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben einfach alles reingehauen und sind nach dem Rückstand wieder zurückgekommen. Und auch den Kampf haben wir angenommen. Das war eine Leistungssteigerung um 150 % im Vergleich zu den letzten drei Halbzeiten, die wir zuvor in der Meisterschaft gespielt haben“, fand Ciernioch abschließend lobende Worte.

 

 

von | Mrz 27, 2022 | Allgemein, News