Den Schneid abkaufen lassen

TuS Hannibal – Westfalia Wethmar 5:1 (2:0). Nur eine knappe halbe Stunde lang konnte die 1. Mannschaft beim Favoriten mithalten, danach gingen Ordnung, Struktur und Willen weitestgehend komplett verloren. „Wir sind gut gestartet, hatten sogar eine gute Chance zur Führung, letztlich haben wir uns dann aber den Schneid abkaufen lassen“, analysierte Co-Trainer Paul Mantei.

Tatsächlich zog Hannibal nach rund 30 Minuten die Zügel an, ging deutlich engagierter und konsequenter in die Zweikämpfe und erarbeitete sich durch seine schnellen Flügelstürmer Chance um Chance, was sich bis zur Pause durch zwei Treffer auf der Anzeigetafel niederschlug.

Nach der Pause blieb der Gastgeber das klar dominierende und deutlich bessere Team, die Westfalia ließ sich mehr und mehr in die eigene Defensive drängen und schaffte es nicht mehr, sich entscheidend aus der Umklammerung zu lösen. Die Hausherren überzeugten hingegen in vielen Sitautionen durch ihre individuelle technische und temporeiche Klasse und schraubten das Resultat in regelmäßigen Abständen auf 5:0, bevor Nagel kurz vor Ultimo den Ehrentreffer zum 1:5 markierte.

„Wir müssen in den Zweikämpfen einfach aggressiver und härter sein!“, monierte Mantei. „Die Jungs haben sich nicht mehr gewehrt. Gegen Massen müssen wir wieder eine andere Beeritschaft an den Tag legen!“

GS Cappenberg – Westfalia Wethmar U23 1:1 (1:0). Am Ende stand zwar nur ein Punkt, für Wethmars Coach war es aber nach dem starken Auftritt gegen TuRa Bergkamen erneut ein Schritt in die richtige Richtung. „Die Jungs haben eine sehr gute Leistung auf die Platte gebracht, leider sind wir letztlich an unserer alten Schwäche gescheitert“, meinte Dominik Ciernioch, der sich an beinahe unzählige gute Tormöglichkeiten seiner Elf erinnerte. „Die mangelhafte Chancenverwertung hat heute einen klaren Sieg verhindert.“

Dies sah auch sein Pendant auf Cappenberger Seite, der nach dem Abpfiff von einem schmeichelhaften Remis sprach, genau so. Dabei war auch der Punktgewinn für den TuS letztlich glücklich, denn erst in der Nachspielzeit rettete Riaan Neutzner mit seinem späten Treffer das 1:1.

Zuvor allerdings hätte die Partie schon lange zu Gunsten der Gäste entschieden werden müssen: Hane (2), Allefeld (2), Neuhäuser (2), Grohs und Neutzner standen nur stellvertretend für ein unglaubliches Chancen-Plus der Grün-Weißen. „Der GSC-Keeper war unfassbar gut. Den haben sie nach der Partie sicherlich ein paar Mal hochleben lassen“, flüchtete sich Ciernioch in Galgenhumor.

Am Ende überwog dann die Freude über den ersten Punktgewinn der Saison, der Ärger – auch über das 0:1 nach einem kapitalen Fehlpass am eigenen Strafraum kurz vor der Pause – war verflogen, weil Ciernioch die Art und Weise des Auftritts seiner Mannschaft sehr imponierte. „Wir waren zweikampfstark und hatten dabei vor allem in der Luft klare Vorteile, sodass wir die Partie immer unter Kontrolle hatten. Ich hoffe, dass die Jungs diese Leistung am Sonntag gegen den TSC Kamen wiederholen werden.“

Westfalia Wethmar III – FC Overberge II 4:1 (1:0). „Damit habe ich nicht gerechnet!“ Trainer Andree Neuhaus war nach dem klaren Erfolg gleichermaßen überrascht wie erfreut, nachdem seine Mannschaft alles das gezeigt hatte, was man sich im Vorfeld vorgenommen hatte. „Die Jungs haben den Marchplan hundertprozentig umgesetzt und hochverdient gewonnen!“

Von Beginn gingen die Hausherren konsequent, giftig und überaus kämpferisch zu Werke. Die logische Folge: Wethmar spielte mit viel Tempo und kam immer wieder gefährlich vor das Overberger Tor. Auf der anderen Seite ließ die Westfalia – auch nach dem frühen 1:0 durch Rogge – überhaupt nichts zu.

In der Halbzeitpause bereitete Neuhaus seine Elf dann auf einen offensiven Gegner vor. „Wir waren gewappnet und wollten die ersten Minuten nach dem Wechsel unbeschadet überstehen.“ Es kam allerdings deutlich besser: Vom Anstoß weg leistete sich der Gast gleich zwei Fehlpässe, sodass Rogge die Gunst der Sekunde nutzte und einen Doppelpass schnürte.

Davon erholte sich der FCO nicht mehr. Erst recht, als der TuS nach dem 1:2 durch einen Freistoß im Gegenzug durch Tillmann direkt zurückschlug, war die Gegenwehr gebrochen. Richter setzte wenige Minuten vor dem Ende dann den Schlusspunkt zum 4:1-Endstand. „Das war einfach nur gut. Jetzt freuen wir uns auf die Trainingswoche und das brisante Derby in Oberaden“, meinte Neuhaus am Ende eines tollen Fußballtages.

von | Aug 21, 2022 | Allgemein, News