“Ich erwarte eine andere Reaktion!”
Nicht zu glauben: Die U23 des TuS Westfalia Wethmar zeigte über eine Halbzeit lang eine grandiose Mannschaftsleistung. Dass am Ende allerdings ein 1:6 stand, machte die Verantwortlichen weitestgehend fassungslos.
Wohl niemand der zahlreichen Zuschauer am Cappenberger See hätte in der Pause das Ergebnis in irgendeiner Form als Tipp in die Runde geworfen, denn die Hausherren hatten den ambitionierten Tabellenzweiten in allen Belangen fest im Griff. „Das war eine sehr, sehr Leistung, die die Jungs bis zum Seitenwechsel abgerufen haben“, lobte Trainer Dominik Ciernioch. Dem Übungsleiter sollte aber spätestens nach dem Ausgleich zum 1:1 (52.) das breite Grinsen aus dem Gesicht fallen. „Was die Mannschaft dann geboten hat, grenzte leider bei fast allen Akteuren an Arbeitsverweigerung!“, kommentierte der Coach ohne Verständnis.
Die U23 zerfiel von nun an in alle Einzelteile, der Tabellenzweite nutzte das plötzliche Chaos des Gegners gnadenlos aus und traf in schöner Regelmäßigkeit ins Wethmarer Netz, sodass es letztlich – wie im Hinspiel – erneut sechs Mal einschlug. „Ein derartiges Szenario wollten wir in jedem Fall verhindern“, sagte Ciernioch, der den Gegner eine Woche zuvor noch gescoutet und im Nachholspiel gegen Kamen beobachtet hatte. Dementsprechend baute der TuS-Trainer auch die Vorbereitung in der Trainingswoche auf. Das Konzept ging auf – allerdings nur die ersten 50 Minuten. Die Grün-Weißen hatten die planlosen Angriffsbemühungen des SuS jederzeit unter Kontrolle, setzte immer wieder Nadelstiche in der Offensive und mit Böllhoffs Freistoß-Schmankerl in den Winkel (21.) ein sagenhaftes Ausrufezeichen.
Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätten Neuhäuser und Böllhoff weitere Möglichkeiten genutzt. Letztlich aber bewies Oberaden seine Klasse, weil die Gastgeber zuerst den grün-weißen Faden, die Orientierung und am Ende die Partie deutlich verloren. „In diesen Situationen müssen wir einfach dazulernen. Ich erwarte in diesen Duellen gegen Top-Teams eine andere Reaktion. Da müssen wir einfach gallig sein, wieder zurückzuschlagen, anstatt die Köpfe knietief hängen zu lassen“, kritisierte Ciernioch zum Schluss.