„Fußballerisch mache ich mir bei unseren Mädels überhaupt keine Sorgen!“

Der TuS Westfalia Wethmar feiert eine weitere Premieren: Am heutigen Sonntag bestreitet zum ersten Mal eine Damen-Mannschaft ein Pflichtspiel für die Grün-Weißen. Trainer Michael Otto, der zusammen mit Vokker Schuch die sportlichen Geschicke der ehemaligen U17 des TuS leitet, spricht vor dem Auftakt beim Hammer SC über Aussichten und Chancen.

Michael, wie kam es dazu und was waren die Gründe, dass du dich entschieden hast, in der letzten Saison bei der U17 als Trainer einzusteigen?

Ich habe schon beim vorherigen Trainer Michael Bock als Co-Trainer mitgearbeitet. Da gab es dann aber ein paar Differenzen und ich wollte eigentlich aufhören. Als Michael dann kurz danach aufgehört hatte, haben mich die Mädels gebeten, doch bitte weiterzumachen. Dann konnte ich dann noch den Volker mit dazu gewinnen. Das war wirklich von Vorteil, denn wir verstehen uns eigentlich blind. Was Trainingsinhalte und Aufstellung angeht, sind wir eigentlich immer einer Meinung.

 

Wie kam es dazu, dass du entschieden hast, mit deiner Tochter nach Wethmar zu kommen?

Ich selbst spiele schon seit meinem sechsten Lebensjahr, abgesehen von einem kurzen Abstecher nach Alstedde, in Wethmar. So habe ich meine Tochter Alina dann mit drei Jahren bei den Mikro-Kickern unter der Leitung von Bernd angemeldet. Sie hat seitdem auch mit viel Erfolg etliche Jungenmannschaften durchlaufen. Der beste Trainer war mit Sicherheit Michael Haverkamp, da hat sie viel gelernt und da zehrt sie heute noch von.

 

Was schätzt du an unserem Verein nach der Zeit, in der du bei uns bist?

Der Verein ist sehr familiär. Man kann kontrovers diskutieren mit den Leuten, die da sind, aber insgesamt ist es doch eine große Familie. Und das schätze ich an dem Verein so sehr.

 

Die momentane Zeit ist ja nicht ganz so leicht, die wir durch die ganzen Corona-Vorschriften haben. Wie hast du die Zeit überbrückt, als man wegen des Lockdowns nicht auf den Platz konnte?

Wir haben uns damals schon in Rahmen der erlaubten Kleingruppen mit den Mädels zum Laufen getroffen. Wir haben da schon einen kleinen Grundstein für die Kondition gelegt. Da haben alle Mädels super mitgezogen. Viele sind zwischendurch auch noch alleine laufen gegangen und haben das auch getrackt und uns geschickt. Von daher bin ich mit den Mädels super zufrieden, was sie in der Zeit gemacht haben und ich denke, wir sind auf einem guten Weg.

 

Kommen wir zum Sportlichen: Ihr geht nach zwei Jahren als U17 nun als Damenmannschaft an den Start. Was sind die größten Veränderungen in diesem Bereich?

Mit Sicherheit wird es körperbetonter sein, das hat man jetzt auch schon im Pokalspiel gegen Holzwickede gesehen. Fußballerisch mache ich mir bei unseren Mädels überhaupt keine Sorgen, was das angeht sind wir mit Sicherheit im oberen Tabellendrittel zu finden. Wir müssen halt körperlich noch ein bisschen zulegen und auch die Angst ablegen, auch mal den Körper einzusetzen. Das haben die Mädels jetzt auch schon gemerkt und müssen sich da ein bisschen steigern. Das machen sie mittlerweile auch im Training, da geht es schon ein bisschen anders zur Sache. Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir einen guten Eindruck in der ersten Saison hinterlassen werden.

 

Wie zufrieden bist du mit eurer Kaderplanung und wie schätzt du euren Kader ein?

Fußballerisch sehe ich uns ziemlich weit vorne. Es fehlt halt die Erfahrung, da wir viele jüngere Spielerinnen haben, die bisher nur U17 gespielt haben. Wir haben aber auch in der letzten Saison gegen einige Damenmannschaften gespielt und haben und da sehr gut verkauft. Auch im einzigen Vorbereitungsspiel gegen Lanstrop haben wir schon eine richtig starke Leistung gezeigt. Dann schauen wir mal, was dabei herauskommt.

 

Wie schätzt du eure Gruppe in der Kreisliga A und eure Chancen dort ein?

Ich sehe das erste Jahr als ein Lernjahr, ein Übergansjahr an, damit wir uns in der Liga akklimatisieren können. Ich kenne eigentlich so wirklich keine Mannschaft, das ist für uns ziemliches Neuland. Ich bin aber froh über Michaela Scheele, die schon gegen einige dieser Mannschaften gespielt hat und mir da ein bisschen Input geben kann, wie diese Mannschaften spielen. Das nutzen wir natürlich.

 

Ihr habt eine sehr junge Mannschaft, die durch einige gestandene Spielerinnen ergänzt wird. Worauf legt ihr im Training am meisten Wert?

Volker hat in der Vorbereitung sehr viel Wert auf Kondition und Kraft gelegt. Das hat er sehr gut gemacht. Jetzt wollen wir mehr zum Spielerischen kommen. Das klappt auch ganz gut.

 

Wie verlief eure Saisonvorbereitung und was habt ihr für die letzte Woche bis zum Saisonstart geplant? Gab oder gibt es in der Vorbereitung spezielle Events?

Eigentlich hatten wir noch mit drei Wochen mehr Vorbereitungszeit geplant. Dann kam aber plötzlich die Nachricht, dass die Saison bereits am 6. September losgeht. Das hat den Plan natürlich etwas durcheinandergeworfen, aber da können wir nichts dran ändern und müssen es so hinnehmen. Ein spezielles Event war natürlich die Trainingseinheit im Ninfly in Münster mit einer super Trainerin. Sie hat den Mädels vier Stunden lang alles abverlangt. Im Herbst gibt es dann noch einen zweiten Teil auf unserer Platzanlage. Da hatten wir alle Spaß dran und haben viel von mitgenommen.

 

Habt ihr das Gefühl, dass eure Mannschaft gut harmoniert?

Das Gefühl habe ich schon seit zwei Jahren, dass da ein super Zusammenhalt herrscht. Es gibt auch mal das eine oder andere Streitthema, aber das ist dann auch schnell beigelegt. Auch wenn mal im Spiel ein böses Wort fällt, ist das nach dem Spiel alles vergessen. Da haben wir eine sehr harmonierende Mannschaft und wir haben auch im Training immer viel Spaß. Das motiviert Volker und mich da noch immer weiter Gas zu geben.

 

Eine abschließende Frage: Was ist dein größter Wunsch in der momentanen Zeit?

Dass alle gesund bleiben und wenn das der Fall ist, dass wir auch ein bisschen sportlichen Erfolg haben.

von | Sep 6, 2020 | Allgemein, News