Fußball-Nostalgie rund ums Nordlüner Derby
Das Derby zwischen dem bereits feststehenden Meister BW Alstedde und dem TuS Westfalia Wethmar hat sportlich nur noch wenig Brisanz – immerhin stehen die Mannen vom Heikenberg schon seit Wochen als Meister der Kreisliga A fest, für die Gäste geht es im Nordlüner Prestige-Duell lediglich noch um die Vize-Meisterschaft.
Dass es dann während der neunzig Minuten dennoch hin und wieder hoch hergehen wird, steht aufgrund der sportlichen Rivalität der beiden Nachbarn außer Frage, doch auch neben dem Kunstrasen am Heikenberg sorgt der Gastgeber für prickelnde Fußball-Atmosphäre – wobei es dabei nicht nur um den geliebten Amateursport, sondern um echten Profifußball aus früheren Zeiten geht.

Der 74-Jährige hatte in den 70er Jahren eine steile Karriere gestartet: Nach Stationen bei Eintracht Dortmund und dem Lüner SV sowie beim DJK Gütersloh und beim SV Völklingen feierte „Ellis“ beim Bundesligisten Hertha BSC Berlin seinen großen Durchbruch. Dort erzielte er in 73 Bundesligaspielen großartige 34 Tore.
Doch zum echten Star wurde Granitza erst später in den USA: Mit seinem Wechsel zu den Chicago Sting in die North American Soccer League (NASL), und damit in die erste echte Profiliga für Fußball in den Vereinigten Staaten, avancierte der Lüner zum absoluten Publikumsliebling – nicht zuletzt und vor allem aufgrund seiner 141 Treffer, die ihn zur Nummer drei der ewigen Torschützenliste der damaligen Liga machten.
Das Buch „King Bomber Karl“, geschrieben von Stefan Hermanns vom Tagesspiegel, ist dabei eine liebevoll recherchierte und unterhaltsam erzählte Biografie auf rund 350 Seiten, die den sportlichen Werdegang des Stürmers und vor allem die amerikanische Fußballwelt der 1980er-Jahre beleuchtet. Dabei erhalten auch unterhaltsame Geschichten über absolute Idole wie Franz Beckenbauer, Pelé oder George Best ihren Platz.
Der Lüner Fußball-Fan darf also gespannt sein auf einen spannenden und abwechslungsreichen Fußball-Abend mit den lokalen Fußball-Lieblingen und einem echten Zeitzeugen einer früheren, sicherlich auch spannenden Fußball-Epoche – zudem steht ja auch noch parallel zum Anstoß um 18 Uhr am Heikenberg das Champions-Finale zwischen Paris St. Germain und dem FC Arsenal auf dem ereignisreichen Kicker-Kalender dieses Wochenendes.