Chancen-Wucher wird spät bestraft

Chancen für mehrere Spiele hatte am Sonntag unsere U23 im Duell mit BR Billmerich: Am Ende konnte die Ciernioch-Elf ihre zahlreichen Möglichkeiten aber nur in zwei Tore ummünzen und musste sich nach zwei vermeidbaren Gegentreffern mit einer am Ende extrem enttäuschenden Punkteteilung zufriedengeben.
Die U23 startete sprichwörtlich wie die Feuerwehr ins Spiel. Mit dauerhaft durchgedrücktem Gaspedal legte die Truppe ein extrem gutes Tempo an den Tag, mit dem die Gäste aus der Kreisstadt nicht gerechnet hatten und diesem noch in der ersten Halbzeit Tribut zollen mussten. „Die waren schon nach 30, 35 Minuten bedient und platt“, sagte Trainer Dominik Ciernioch. In der ersten Halbzeit kamen die Grün-Weißen auch zu einem guten Dutzend Top-Tormöglichkeiten, allerdings vergaben Robin Böllhoff, Arne Neuhäuser und Riaan Neutzner allesamt mehrfach aus aussichtsreichen Positionen. „Nach jeder nicht verwerteten Großchance hat man gespürt, dass das Selbstvertrauen bei den Jungs schwindet. Da hat man auch gemerkt, dass wir die deutlich jüngere und unerfahrenere Truppe sind. Wenn man schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, nimmt man sich das nicht so zu Herzen“, nahm Ciernioch seine Mannen in Schutz. Aber auch die Blau-Roten kamen zu Möglichkeiten, standen der Westfalia aber in nichts nach und blieben in Halbzeit eins ebenfalls ohne Treffer. „Zur Halbzeit kann es auch 5:2 stehen“, so Ciernioch.
In Halbzeit zwei platzte dann bei Böllhoff der Knoten, wenn auch eher etwas glücklich. Böllhoff sah, dass der BR-Keeper etwas zu weit vor seinem Kasten stand und schoss einfach mal aus 35 Metern in Richtung Tor. Sein Schuss geriet allerdings zu einer Bogenlampe, die über den Torwart hinweg ins Tor ging (49.). Nach einem Missverständnis in der Wethmarer Innenverteidigung glich Billmerich dann aus (58.). Auch den zweiten Spielabschnitt gestaltete die U23 wieder sehr gut, setzte aber das Manko der ersten Halbzeit fort und ließ zahlreiche Torchancen liegen. Die aussichtsreichsten dieser Möglichkeiten konnten Niklas Pella und Jan Steinkamp nicht nutzen. Und so musste ein Strafstoß für das zweite Tor der Hausherren herhalten. Nachdem Luis Hunschede in der Box gelegt wurde, verwandelte Steven Potthoff den fälligen Elfmeter humorlos zur erneuten Führung (76.). Hunschede verdiente sich von seinem Coach ein Extralob: „Luis hat ein überragendes Spiel gemacht und die rechte Seite beackert bis zum geht nicht mehr.“
Wethmar drängte im Anschluss auf das 3:1. Die mangelnde Chancenverwertung verfolgte die Westfalia aber weiterhin und so blieb es bis zur letzten Minute spannend. In den letzten 10 Minuten zeigte sich die U23 dann aber viel zu hektisch und viele unnötige Fouls. Auf einmal wurden auch die Angriffe nicht mehr gut ausgespielt. So kam Billmerich in der Nachspielzeit noch einmal in die Nähe des Wethmarer Strafraums. Eine verunglückte Flanke überraschte dann Freund und Feind und senkte sich zum Ausgleichstreffer der Gäste ins TuS-Gehäuse (90. +2). „Da sehen wir alle nicht gut aus. Wir haben das einfach von vorne weg nicht gut verteidigt“, kritisierte Ciernioch, der aber auch im Vorfeld ein Handspiel eines BR-Akteurs gesehen hatte. Auf Seiten der Grün-Weißen herrschte nach dem Schlusspfiff des Schiedsrichters dann eine gedrückte Stimmung. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir nur 2:2 spielen. Uns allen war klar, dass wir deutlichst hätten gewinnen müssen. Das ist extremst ärgerlich. Wir haben wieder die brutale Erfahrung machen müssen, dass wir jung sind“, sagte Ciernioch, der abschließend nach vorne blickte: „Wir haben uns verbessert im Vergleich zum Spiel in Mühlhausen und uns viele Torchancen erspielt. Es war auch eine gute Mannschaftsleistung. In der nächsten Woche versuchen wir es dann noch besser zu machen.“

von | Sep 21, 2020 | Allgemein, News