Vorgezogenes Schützenfest

Westfalia Wethmar – DJK ETuS Schwerte 7:4 (1:2). Rund dreieinhalb Wochen vor dem traditionellen Dorffest veranstaltete die 1. Mannschaft des TuS Westfalia Wethmar schon einmal eine Art Generalprobe und feierte gegen ETuS/DJK Schwerte ein echtes Schützenfest: Am Ende stand ein spektakuläres 7:4.

Die Gastgeber gingen von Beginn an mit hoher Intensität zur Sache und setzten den stark abstiegsbedrohten und auch in dieser Partie erneut defensiv extrem anfälligen Gegner deftig unter Druck – allerdings ging der Schuss böse nach hinten los. „Wir kriegen einen recht komischen Elfmeter und bekommen dann kurz darauf mit der zweiten Schwerter Offensiv-Aktion sogar das 0:2“, erinnerte sich Co-Trainer Paul Mantei an kuriose drei Minuten.

Glücklicherweise ließen sich die Grün-Weißen nicht aus dem Tritt bringen, spielten weiter gut nach vorne und wurden durch Niklas Wehners Anschluss kurz vor dem Wechsel belohnt. In der Kabine justierte Mantei dann etwas nach, was sich direkt nach Wiederanpfiff auszahlen sollte: Wehner glich ganz schnell aus, ehe Lukas Nagel mit dem zweiten Doppelpack des Tages die Weichen auf Sieg stellte.

Kücükyagci erhöhte sogar noch auf 5:2, ehe die Partie etwas hitzig und hektisch wurde: Ein indirekter Freistoß innerhalb des Strafraums und ein weiterer Elfmeter drei Minuten vor Schluss ließen die Gäste beim Stand von 4:5 noch einmal hoffen. „Das war schon eine kuriose Phase“, meinte Mantei, der sich ärgerte, dass der Schiedsrichter den Strafstoß wiederholen ließ, nachdem Keeper Adamsky zunächst pariert hatte.

In der Schlussphase einer immer wilder werdenden Begegnung machte der TuS aber dann den Sack zu: Wiederum Wehner und Kücükyagci schickten die DJK ins Tal der Tränen. Paul Mantei zog hingegen ein zufriedenes Fazit: „Natürlich darfst du keine vier Gegentore bekommen, allerdings haben wir das vorne wettgemacht und den Zuschauern ein abwechslungsreiches Spiel geboten. Das wollen wir am Sonntag gegen den VfL Schwerte zum Ausklang unbedingt wiederholen!“

Westfalia Wethmar U23 – Kamener SC 0:1 (0:0). Die U23 schrammte nur ganz knapp an einer dicken Überraschung vorbei: Gegen den bereits feststehenden Meister Kamener SC kassierten die Grün-Weißen ein unglückliches 0:1.

Auch wenn die Hausherren mit leeren Händen dastanden, war Trainer Dominik Ciernioch sehr zufrieden. „Wir haben im Kollektiv sehr gut und diszipliniert verteidigt“, meinte der Coach. „Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel, am Ende hatten wir einfach nur etwas Pech!“ Ins gleiche Horn stieß Cierniochs Kamener Pendant. „Wenn der gegnerische Trainer nach dem Spiel sagt, dass wir sowohl im Hin- als auch im Rückspiel die beste Mannschaft waren, gegen die er in dieser Saison angetreten ist, dann tut das natürlich gut.“

Tatsächlich fehlte der Westfalia nur eine knappe Viertelstunde zu einem verdienten Punkt. Erst in der 73. Minute bewies Kamen seine Kaltschnäuzigkeit und traf zum letztlich entscheidenden 0:1. „Das ist eben auch eine Qualität, so ein enges Match für sich zu entscheiden. So tritt ein Meister auf!“, erkannte der Wethmarer Coach nach dem Abpfiff etwas enttäuscht.

Dennoch konnte er mit der gezeigten Leistung seiner Elf gut leben, denn der TuS löste die schwierige Aufgabe im vorletzten Heimspiel der Saison mit Kampf und Einsatzwillen und hatte in der zweiten Halbzeit sogar die Chance, die drei Punkte aufs eigene Habenkonto zu holen: Rogge und Allefeld nutzten vier vielversprechende Chancen allerdings nicht. „Dennoch können wir stolz sein auf unsere Performance. Wenn wir das noch einmal abrufen, haben wir am nächsten Sonntag gegen RW Unna beste Chancen, uns mit einem Sieg von unseren Fans zu verabschieden“, sagt Ciernioch.

TSC Kamen III – Westfalia Wethmar III 4:3 (2:1). Die schlechte Nachricht kam schon vor dem Anpfiff: Trainer Andree Neuhaus hatte eigentlich mit einem üppigen Kader gerechnet, doch im Laufe des Sonntags flatterten ihm noch zwei Absagen in die Kabine, sodass nur zwei Kicker auf der Bank Platz nehmen konnten.

„Ich musste dann auch noch schnell wechseln“, klagte der Coach, dem somit schon in der ersten Halbzeit alle Möglichkeiten genommen waren, personell nachzubessern und zu wechseln. Dies wollte Neuhaus aber nicht als einzigen Erklärungsansatz für die Niederlage verstanden wissen. „Ich hatte schon den Eindruck, dass wir den Gegner teilweise unterschätzt haben. Ohne die richtige Einstellung kann man dann natürlich auch nichts reißen.“

Dabei zeigte der TuS eine sehr ordentliche erste Viertelstunde und traf früh durch Jaszmann zum 1:0. Unerklärlicherweise verloren die Gäste dann aber mehr und mehr den Faden, überließen der cleveren TSC-Truppe, die aus zahlreichen Altherrenspielern bestand, das Geschehen und gerieten bis zur Pause folgerichtig in Rückstand.

Die Kabinenpredigt war danach deutlich, und der TuS zeigte eine gute Reaktion, auch wenn die Gastgeber noch das 3:1 erzielen konnten. Im Anschluss zog sich der TSC merklich zurück, Wethmar erkannte seine Chance und glich durch Doppelpacker Gloger binnen vier Minuten aus. „Dann haben wir aber ein weiteres Geschenk verteilt“, schimpfte Neuhaus, der nach dem 3:4 kein Aufbäumen seiner Elf mehr feststellen konnte. Zudem spielten die Grün-Weißen ihre wenigen Konter nicht clever genug und meist überhastet zu Ende.

von | Mai 22, 2022 | Allgemein, News