Das alte Klagelied

Kamener SC – Westfalia Wethmar 5:1 (1:1). Eine gruselige Schlussphase ließ Trainer Dominik Ciernioch lange nach Abpfiff fassungslos zurück. „So richtig verdaut habe ich das ganze immer noch nicht“, sagte der Coach und legte den Finger in die Wunde seiner Elf. „Ich kann nicht glauben, dass wir vier Tore in den letzten zwanzig Minuten bekommen. Das spiegelt auch erneut nicht unsere Gesamtleistung wider!“

Denn einmal mehr leistete der TuS einen guten Dienst und vor allem harten Widerstand gegen den Tabellendritten, der zuletzt in sechs Spielen nur fünf Punkte ohne eigenen Sieg eingefahren hatte. „Wir waren siebzig Minuten wirklich gut, danach sind alle Dämme gebrochen“, meinte Ciernioch knapp.

Abgesehen von der Anfangsphase war Wethmar tatsächlich ebenbürtig. Nach dem schnellen 0:1, das durch einen unglücklichen individuellen Fehler entstanden war, fanden die Gäste in die Begegnung und hatten bei einem Pfostentreffer noch einmal Glück. Allerdings erarbeiteten sich die Grün-Weißen in der Folge ebenso klare Chancen. Die größte Möglichkeit vergab Allefeld, der am überragenden KSC-Keeper scheiterte. Kurz vor der Pause aber steckte Grohs sauber auf Christiansen durch – 1:1 (43.).
Nach der Pause kam der TuS furios aus den Kabinen und setzte die Hausherren 25 Minuten lang schwer unter Druck. Kamen kam überhaupt nicht mehr aus der eigenen Hälfte, Wethmar traf zweimal das Aluminium und ließ wie schon so oft in der Vergangenheit drei weitere Hochkaräter aus.

„Wir hatten da eine sehr gute Phase und müssen uns belohnen. Dann bin ich mir sicher, dass es für Kamen ganz schlecht ausgeht“, mutmaßte Ciernioch. Stattdessen sang die Westfalia letztlich das alte Klagelied. Nach einem schnellen Konter erzielte der KSC das 2:1 und brach mit drei weiteren Treffern die Moral des Gegners. „Es nervt, vom gegnerischen Trainer erneut zu hören, dass wir eine gute Truppe sind. Am Ende stehen wir wieder ohne Ertrag da.“

Westfalia Wethmar III – BR Billmerich II 5:1 (2:1). Die 3. Mannschaft des TWW ist momentan in bärenstarker Verfassung und gewann auch gegen den starken Aufsteiger BR Billmerich II ziemlich locker. Im Vorfeld gab es zunächst einmal mehr personelle Probleme, durch plötzliche kurzfristige Zusagen füllte sich der Kader aber auf fünfzehn Aktive. Zudem schlossen Adamsky und Tiefenbach aus der 1. Mannschaft die Lücken im Angriff und sorgten überdies für reichlich Offensiv-Power.

Somit ging der TuS gut gerüstet in das Duell gegen den Tabellendritten, den Trainer Andree Neuhaus in der Spielvorbereitung deutlich stärker eingeschätzt hatte. „Der Gegner war überraschend harmlos, das haben wir gut ausgenutzt.“

Mit viel Ballbesitz und klarer Kontrolle drückte der Gastgeber vom Anpfiff weg auf die Führung, die Erikoglu schließlich mit einer direkt verwandelten Ecke herausschoss. Auch das 2:0 fiel im Anschluss an eine Ecke, Kampmann jagte das Leder aus der Distanz in die Maschen. Mit dem ersten und einzigen Angriff konnten die Blau-Roten kurz vor dem Wechsel verkürzen. „Wir haben uns aber nicht beirren lassen“, erklärte Neuhaus, der in der Kabine forderte, die Angriffe noch vernünftiger und effektiver zu Ende zu spielen.

Das klare Chancenplus sollte schon bald Früchte tragen: Nach Tiefenbachs 3:1 brach der ohnehin schon schwache Widerstand der Gäste zusammen und Erikoglu sowie Rogge stellten den deutlichen Endstand her. „Es war eine starke Teamleistung“, lobte der TuS-Coach, nicht zuletzt auch die eingewechselten Akteure hätten sich nahtlos eingefügt.

Damit ist der TWW nun neuer Tabellendritter und will im abschließenden Duell gegen Bausenhagen den sechsten Sieg in Serie einfahren. Dies wird auch der vorerst letzte Auftritt des Trainers an der Linie sein. „Es ist mein letztes Spiel! Wer da nicht motiviert ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen“, meint Neuhaus mit einem kleinen Augenzwinkern.

von | Nov 29, 2022 | Allgemein, News

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