Black Sunday

Rabenschwarz und zum Vergessen: Die Senioren-Kicker des TuS Westfalia Wethmar erwischten am Wochenende einen gebrauchten Sonntag mit null Punkten aus drei Partien.

TuS Eichlinghofen – Westfalia Wethmar 3:0 (1:0). Auch das vierte Saisonspiel blieb für die Westfalia ohne zählbaren bzw. dreifachen Punkterfolg. Dabei waren die Gäste diesmal auch weit davon entfernt.

„Das war eine völlig verdiente Niederlage“, bilanzierte TuS-Coach Steven Koch und zählte dabei die essentiellen Gründe einer schwachen Vorstellung auf. „Wir sind nicht präsent auf dem Platz, führen keine Zweikämpfe und schenken viel zu viele Bälle einfach her.“

Zudem standen die personellen Vorzeichen vor dem Anpfiff schon schlecht, denn mit Fluder, Goebel und Nagel waren drei Innenverteidiger weggebrochen, die Improvisation im gesamten Defensivverbund gelang nur selten zufriedenstellend.

Bei den drei Gegentoren sammelte der TuS aufgrund zahlreicher individueller Fehler zudem noch „Scorer-Punkte“, sodass die Hausherren leichtes Spiel hatten und die Begegnung in der Schlussphase deutlich für sich entschieden. Außerdem tat einmal mehr der Schiedsrichter sein Übriges, als er einen klaren Platzverweis nach Notbremse für Eichlinghofen vermied und eine vielversprechende Chance wegen vermeintlichen Abseits zurückpfiff. Koch blieb allerdings fair: „Daran hat es sicherlich nicht gelegen, diese Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben.“

SuS Kaiserau II – Westfalia Wethmar U23 4:1 (1:1). Es ist vorne weiterhin wie verhext: Die U23 zeigte in der ersten Halbzeit wieder einmal eine ansprechende Vorstellung, scheiterte aber wie so oft an ihrer mangelnden Kaltschnäuzigkeit. Was nach Wiederanpfiff folgte, brachte Trainer Dominik Ciernioch allerdinhs erst recht auf die Palme.

„Das war in der zweiten Hälfte mit Abstand die allerschlechteste Leistung, die ich in meiner Trainer-Laufbahn miterlebt habe“, schimpfte der Coach fassungslos. „Niemand hat Normalform gebracht! Auch die Wechsel haben nichts gebracht, wobei sich vor allem die Offensive hinterfragen muss, denn heute hatten wir die Qual der Wahl.“

Schließlich nahm er dann doch einen Akteur ausdrücklich von seiner harten kritik aus. „Keeper Lukas Maschinski hat am Ende noch vier oder fünf Bälle herausragend gemeistert, ansonsten wäre es ein echtes Debakel geworden.“

Dabei hatte alles so gut angefangen: Die U23 spielte dominant auf, belagerte konsequent das gegnerische Tor und ging durch einen traumhaften Schuss in den Knick durch Allefeld früh in Front. Im Anschluss ließen die Grün-Weißen aber die vorentscheidenden Treffer liegen und kassierten fast mit dem Pausenpfiff aus einem Gestocher heraus das komplett unnötige 1:1.

Danach nahm das Unheil seinen Lauf: Nach einem weiteren „Pingpong-Tor“ (Ciernioch) riss der Wethmarer Faden komplett, sodass am Ende einige Fragen offen blieben. „Einige müssen sich und ihre Leistung einmal ganz genau unter die Lupe nehmen“, fordert Ciernioch eine Aufarbeitung. „Die Jungs sind nun wieder einmal in der Pflicht, eine entsprechende Reaktion zu zeigen.“

Westfalia Wethmar III – SG Massen III 1:3 (1:1). Nach dem bitteren Derby folgte eine Woche später die nächste Ernüchertung. „Wir hatten uns sehr viel vorgenommen“, sagte Trainer Andree Neuhaus sichtlich bedient nach Schlusspfiff. „Spielerisch ist uns einiges gelungen. Wir waren wie in allen drei vorherigen dominant, allerdings sind wir erneut ohne erfolgreichen Ertrag geblieben.“

Richters frühes 1:0 fachte den Angriffswirbel der Gastgeber zudem an, aber trotz bester Chancen verpasste der TuS das verdiente zweite und dritte Tor. Stattdessen schlugen die biederen Gäste, die nach der Partie allerdings plötzlich als neuer Tabellenführer an der Spitze der Tabelle thronen, Sekunden vor dem Wechsel zu  – leider mit gütiger Mithilfe des Schiedsrichters, der eine mehr als deutliche Abseitsstellung übersah.

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf wenig: Die Westfalia baute immer wieder Druck auf, brachte den Gegner trotz hoher Temperaturen aber nur wenig ins Schwitzen. „Bis zum Sechzehner haben wir es gut gespielt, letztlich ist am letzten Pass oder an der einfach falschen Entscheidung gescheitert“, beklagte Neuhaus die fehlende Effizienz.

Nachdem sich die SG in die Trinkpause gerettet hatte („Die pfiffen aus dem letzten Loch!“ – Neuhaus) pfiff der Referee das Wethmarer 2:1 unverständlicherweise zurück, sodass es kam, wie es kommen musste: Nach einem Ballverlust schalteten die Gäste einmal schnell um und markierten per Konter das 1:2, um in der Nachspielzeit mit einem weiteren Gegenstoß das Endergebnis herzustellen.

Neuhaus wusste danach nicht mehr genau, was er dazu saggen sollte. „Bei allem Respekt vor dem neuen Spitzenreiter: Die wissen, glaube ich, selbst nicht genau, warum sie heute bei uns gewonnen haben!“

von | Sep 6, 2022 | Allgemein, News