„Die Mannschaft ist wirklich wie eine kleine Familie!“

Als Aufsteiger der abgebrochenen Corona-Spielzeit 2019/20 starten die D1-Junioren am Samstag in das Abenteuer Bezirksliga. Nach dem souveränen Auftritt und dem verlustpunktfreien Durchmarsch im Kreisliga-Oberhaus will der Neuling auch in der neuen Saison für Furore sorgen. Trainer Senar Berisa, der zusammen mit haci Kilinc die Mannschaft führt, freut sich auf die kommenden Aufgaben.

Senar, du gehst nun in deine vierte Saison in Wethmar. Wie kam es damals dazu, dass du Oberaden verlassen hast und dich für unseren Verein entscheiden hast?
Ich habe bereits in Oberaden zusammen mit Haci die Mini-Kicker und die F-Jugend trainiert. Als es klar war, dass Haci nach Wethmar geht, wollte ich im ersten Moment nicht mitkommen. Oberaden und ich hatten dann aber unterschiedliche Ansichten. Und mich hat dann das Konzept überzeugt, das Wethmar in der Jugendarbeit hat. Deswegen habe mich dann auch entschieden, Haci nach Wethmar zu begleiten. Ich habe mich auch erst nicht wohlgefühlt, aber mittlerweile ist das so wie eine kleine Familie für mich.

Warum hast du dich im ersten Moment in Wethmar nicht wohlgefühlt?
Ich hatte in Oberaden einen starken Bezug zu den Eltern und zu den Kindern. Das waren vier Jahre Arbeit, in denen sich die Kinder sehr stark entwickelt haben. Dieser Bezug war hier in der ersten Zeit natürlich nicht so gegeben.

Welchen Eindruck hattest du von Wethmar, als du dich für uns entschieden hast?
Ich sag es mal so: Wethmar ist in der Jugend sehr präsent. An erster Stelle kommt für mich Hamm, dahinter kommen dann schon Rhynern und Wethmar.

Was schätzt du an Wethmar nach den drei Jahren?
Das Familiäre und auch das Vertrauen vom Vorstand.

Die momentane Zeit ist ja nicht ganz so leicht, die wir durch die ganzen Corona-Vorschriften haben. Wie habt ihr als Mannschaft die Zeit überbrückt, als man wegen des Lockdowns nicht auf den Platz konnte?
Ich habe das Glück, dass einige Spieler im Stützpunkt sind. Die haben da reichlich Aufgaben bekommen. Allerdings habe ich auch einen „Trainingsplan“ mit verschiedenen Übungen erstellt, die man eigenständig zu Hause machen kann. So habe ich die Jungs quasi fit gehalten.

Kommen wir zum Sportlichen: Wie zufrieden bist du mit eurer Kaderplanung und wie schätzt du euren Kader ein?
Ich muss sagen, dass wir nicht viel Erfahrung in der D-Jugend haben, weil in der letzten Saison Corona dazwischenkam. Und jetzt spielen wir plötzlich Bezirksliga. Die Qualität haben wir aber. Wir haben einen starken Spieler verloren, wir konnten aber auch zwei Spieler für uns gewinnen, die auch sehr stark sind. Die Kinder haben sich aber in den vergangenen Jahren zu einem spielstarken Jahrgang entwickelt.

Wie schätzt du eure Gruppe in der Bezirksliga und eure Chancen dort ein?
Ich schätze drei Teams aus dem Kreis Dortmund als sehr stark ein. TSC Eintracht, Hombruch und Brünninghausen. Zudem mit der Hammer SpVg und Westfalia Rhynern auch die Mannschaften aus dem Hammer Kreis. Das sind auch die Vereine, die große Namen haben. Wir brauchen uns da nicht zu verstecken. Wir haben in der E-Jugend gegen viele der Mannschaften gespielt und uns gut verkauft. Klar ist die Qualität von denen jetzt noch größer, aber auch wir haben uns verbessert. Unser Minimalziel ist der Klassenerhalt, aber wir möchten gerne deutlich weiter oben unter den ersten Fünf landen.

Bei uns im Kreis gibt es in dieser Saison ja auch den Kreispokal-Wettbewerb. Gibt es da auch besondere Ziele oder siehst du den Wettbewerb nur als nette Beilage an?
Der Kreis weiß, dass wir einen starken 2008er-Jahrgang haben. Wir haben den Kreispokal in der E-Jugend auch gewonnen. Klar sind wir da im Kreis auch Favorit und der Pokal hat auch seinen eigenen Reiz. Ich sehe uns da auch vorne mit dabei. Ich weiß, dass Kaiserau, Hamm und Rhynern auch mit dabei sind, aber wir verstecken uns nicht.

Das D-Jugend-Alter gilt ja als „goldenes Lernalter“. Worauf legt ihr im Training am meisten Wert?
Wir legen viel Wert auf das technische Element. Wir wollen den Jungs zudem das Spiel von hinten heraus, das Verschieben und ein frühes Pressing beibringen.

Wie beurteilst du eure Saison, wenn diese nicht so verlaufen sollte, wie du dir das vorstellst und es vielleicht „nur“ um den Klassenerhalt geht?
Jeder setzt sich Ziele für eine Saison. An erster Stelle steht aber für mich, dass die Kinder sich weiterentwickeln. Das ist für mich als Trainer mein Wunsch, dafür mache ich das auch. Ich liebe den Fußball und wenn ich sehe, dass sich ein Kind weiterentwickelt, geht für mich ein Wunsch in Erfüllung. Es sind viele Kinder von uns, die zu Sichtungstrainings bei Borussia Dortmund, VfL Bochum oder Schalke 04 eingeladen werden. Das ist für mich eine Anerkennung.

Nach welchem Schema habt ihr eure Gegner in der Vorbereitung ausgewählt?
Für mich ist es wichtig, dass wir in der Vorbereitung sowohl leichte als auch schwere Gegner haben. So können die Kinder das Aufbauen und Pressing lernen, aber werden auch gefordert.

Habt ihr spezielle Events während der Vorbereitung geplant?
Corona lässt momentan einfach nicht so viel zu. Wir veranstalten momentan aber sonntags immer ein gemeinsames Frühstück, damit die Mannschaft auch weiter zusammenwächst.

Hast du das Gefühl, dass eure Mannschaft gut harmoniert?
Es ist eine gute Mischung. Es gibt von jedem etwas. Die Mannschaft ist wirklich wie eine kleine Familie. Sie harmoniert zusammen, sie hält zusammen. Ich bin wirklich stolz darauf, wie die Mannschaft in der Kürze der Zeit gewachsen ist.

Eine abschließende Frage: Was ist dein größter Wunsch in der momentanen Zeit?
Dass wieder alles mal so ist, wie es vor Corona war. Und dass die Kinder wieder tun und lassen können, was sie wollen.

von | Aug 27, 2020 | Allgemein, News