„Auf das Spiel in Alstedde freue ich mich wie ein kleines Kind!“

Am Sonntag stand  für unsere 1. Mannschaft das erste Derby der noch jungen Saison an. Die Reserve des Lüner SV wurde mit einem klaren 6:0-Kantersieg auf die Heimreise geschickt. Für Torhüter und Kapitän Florian Fischer war es kein ganz normales Spiel, wechselte er doch im Sommer 2019 von der Kampfbahn Schwansbell zur Westfalia. Wir haben mit ihm über verschiedene Themen gesprochen und erfahren, dass er sich auf ein spezielles Spiel „wie ein kleines Kind freut“.

 

Florian, du bist im Sommer 2019 vom Lüner SV zu uns an den Cappenberger See gewechselt. Wie kam es damals dazu und was waren die Gründe für deine Entscheidung? Du hast ja einen „Abstieg“ von zwei Ligen in Kauf genommen.

Wir sind im Januar 2019 Eltern geworden. Da habe ich mich einfach gefragt, ob ich weiterhin so viel Zeit auf dem Platz verbringen möchte oder lieber mit der Familie. Hinzu kamen die strukturellen Veränderungen beim LSV, die mich nicht überzeugt haben. Daher fiel es mir einfach, diese Entscheidung zu treffen.

Was ist für dich der größte Unterschied zwischen Wethmar und dem LSV?

Der fehlende Rasenplatz (lacht)!

Was hast du an unserem Verein nach dem einen Jahr schätzen gelernt?

Das sehr familiäre Umfeld und die damit verbundene gegenseitige Unterstützung.

Die momentane Zeit ist ja nicht ganz so leicht, die wir durch die ganzen Corona-Vorschriften haben. Wie hast du die Zeit überbrückt, als man wegen des Lockdowns nicht auf den Platz konnte?

Wir haben ganz viel Zeit als Familie verbracht. Bei schönem Wetter waren wir dann im Garten und spazieren. Um mich fit zu halten, bin ich joggen gegangen. Mal morgens noch vor 6 Uhr vor der Arbeit, mal abends und am liebsten mit meiner Frau und dem Kleinen im Cruiser.

Wie hast du insgesamt deine erste Saison beim TuS erlebt? Gab es für dich ein besonderes Erlebnis?

Die erste Saison war rein sportlich natürlich total unbefriedigend. Trotzdem habe ich mich immer sehr wohl gefühlt und frühzeitig meine Zusage für die Folgespielzeit gegeben.

Die letzte Saison hatte durch den Corona-Abbruch für euch ja ein glückliches Ende. Wieso glaubst du, dass es in dieser Saison besser laufen wird?

Das jetzige Team ist mit dem vorherigen nicht zu vergleichen. Wir sind nun gewillt, an uns zu arbeiten und wissen welche drei Tugenden wir auf den Platz bringen müssen, um in jedem Spiel erfolgreich sein zu können. Den Weg gehen wir unbeirrt weiter und münzen das in Resultate um.

Was sind diese drei Tugenden? Kannst du das sagen, oder ist das nur für die Mannschaft bestimmt?

Das bleibt intern.

Du bist absoluter Leistungsträger unserer 1. Mannschaft. Wo siehst du deine größten Stärken?

Meine größten Stärken sind das Torwartspiel auf der Linie, im 1:1 und meine Ausstrahlung. Das haben mir so manche Trainer gesagt.

Du bist in der Winterpause der vergangenen Saison zum Kapitän unserer 1. Mannschaft ernannt worden. Wie hast du von der Entscheidung erfahren und wie hast du sie aufgenommen?

Zum Ende der Hinrunde durfte ich die Mannschaft schon aufs Feld führen, da die etatmäßigen Kapitäne verhindert waren. Unser damals noch neuer Coach hat unser Team hinsichtlich des Spielführeramtes beobachtet und mich dafür am geeignetsten gehalten. Das hat er mir dann in der Wintervorbereitung so mitgeteilt und ich habe es mit Freude und Stolz angenommen.

Ihr habt auch viele junge Spieler in der Mannschaft. Wie versuchst du, ihnen zu helfen?

Für mich sind meine Mitspieler nahezu alle jung (lacht).  Ich mache da gar keinen Unterschied. Ich helfe allen meinen Mitspielern auf dem Feld, in dem ich sie coache und motiviere, mal muss ich aber auch rüffeln. Neben dem Platz nehme ich mir auch mal Zeit für Einzelgespräche und schreibe den Jungs Nachrichten, um sie aufzubauen, sofern nötig.

Am Sonntag ging es für dich gegen deinen Ex-Klub, dazu war es noch ein Lüner Derby. War das Spiel für dich ein besonderes oder eines wie jedes andere?

Klar ging es gegen meinen Ex-Verein, allerdings war es ja die Reserve und ich kannte die Wenigsten. Daher war es in dieser Hinsicht nicht sehr besonders für mich. Der erhöhte Reiz war und ist immer der Derbycharakter.

Wie hast du euren Saisonstart abgesehen vom Dreier am letzten Sonntag erlebt? Ihr habt zuvor ja leider nur den einen Punkt im Auftaktspiel geholt. Wie wichtig waren deshalb die drei Punkte gegen den LSV?

Der Punkt gegen Holzwickede samt Oberligaunterstützung ist als Gewinn zu werten. Das muss man ganz klar sagen. In Mühlhausen haben wir uns unter Wert verkauft, sind am Ende trotzdem noch dem Unentschieden nahe. Mit den drei Punkten am Sonntag sind wir im Soll. Dafür haben wir alles raushauen und verdient gewonnen.

Wagen wir einen kurzen Vorausblick: In knapp einem Monat steht nach langer Zeit mal wieder ein Pflichtspiel-Nordderby gegen BW Alstedde an. Was erwartest du von diesem Spiel?

Wenn ich an das Spiel denke, freue ich mich wie ein kleines Kind darauf. Aus Erzählungen weiß ich, dass immer viele Zuschauer vor Ort waren und als Amateurspieler gibt es ja nichts Schöneres. Auch da gilt es unsere drei Tugenden voll abzurufen, um erfolgreich zu sein. Aber erstmal konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel in Hannibal.

Eine abschließende Frage: Was ist dein größter Wunsch in der momentanen Zeit?

Gesund bleiben!

von | Sep 23, 2020 | Allgemein, News