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  Chronik Fachschaft Fußball  Westfalia Wethmar 1948 e.V.

 


 

Fast 65 Jahre TuS Westfalia Wethmar bedeutet,

dass sich nach den Kriegswirren Leute zusammengefunden hatten, die wieder Lust auf sportliche Aktivitäten hatten. So geschah es am 13. November 1948, als sich im "Lokal Aschoff" viele Wethmarer Bürger zusammenfanden, um den TuS Westfalia Wethmar zu gründen. Vorsitzender wurde Johannes Ahland, als Vereinsfarben wurden Grün und Weiß gewählt, die auch noch bis zum heutigen Tage ihre Gültigkeit haben. Ein Fußballverein war also aus der Taufe gehoben - was jedoch noch fehlte, war ein Sportplatz. Trotz der widrigen Lebensumstände zu der damaligen Zeit gelang es dann unter Mitwirkung einer großen Zahl von Bürgern innerhalb kurzer Zeit, an der Münsterstraße einen Sportplatz zu erstellen, der am 22. Mai 1949 feierlich eingeweiht wurde. Die "Sandwüste" in Wethmar war geboren.

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Das Eröffnungsspiel in der Wethmarer "Sandwüste" .

Auch ein Trainer war zur Hand in der Person von Rudi Schulz - ein echter Wethmarer Junge, der sich dann später im heute noch bekannten "100.000 Mark-Sturm" der Münsteraner Preußen einen Namen machen sollte. Der Ernst des Lebens für die 1. und 2. Mannschaft des TuS begann mit dem Spieljahr 1949/50 in der


Der legendäre "100.000 Mark-Sturm


2. Kreisklasse Lüdinghausen. Auf Anhieb errang die Erste die Meisterschaft und schaffte damit den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Auch die Jugendabteilung vollzog im Gründungsjahr ihren Aufbau. Unter der Regie von Willi Bohr und später Josef Meier, der noch heute als Jugendleiter tätig ist, und den Aktivitäten von Heinz Homann und Kurt Utendorf konnten in den folgenden Jahren viele Kreismeisterschaften und Pokale errungen werden.

In der gesamten Zeit wurden immer enge Beziehungen zur Eisenhütte "Westfalia" aufrechterhalten, die vielen Vereinsmitgliedern Arbeit und Brot gab. So war es dann nur die logische Konsequenz, dass Herr Bergrat Dr. Günter Dommann aus der Chefetage der "Westfalia" im Jahre 1953 die Führung des Vereins übernahm, der dann in der Folgezeit auf weitere fünf Fachschaften anwuchs. Dies hatte zur Folge, dass die Fachschaftsabteilungen unter der Führung des Hauptvorstandes eigene Fachschaftsleitungen wählten. Derweil ging der sportliche Erfolg der Abteilung Fußball stetig voran.

Kommunalpolitisch gehörte Wethmar damals zur Gemeinde Altlünen und war daher auch im Kreis Lüdinghausen angesiedelt. Für den Verein war das ein absoluter Glücksfall, denn der Rat der Gemeinde Altlünen ließ im Jahr 1963 am Cappenberger See einen neuen Sportplatz bauen. Für den TuS hieß dies:


Kommunalpolitischer Glücksfall


Umzug von der Sandwüste an der Münsterstarße zur großzügig angelegten Anlage am Cappenberger See. Damals gelang es dem Fachschaftsvorstand unter Leitung von Heinz Möllmann und Helmut Kroniger, die Traditionsmannschaft des SC Preußen Münster mit dem Ex-TuSler Rudi Schulz zum Eröffnungsspiel an den Cappenberger See zu lotsen. Ein Ereignis, an das sich viele Wethmarer noch heute gerne erinnern.

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Das erste Team der Grün-Weißen im Spieljahr 1949/50.

Weiteren Zuwachs im Spielbetrieb erhielt der TuS, als im Jahre 1967 die Alt-Herren-Abteilung unter der Regie von Ferdi Kraatz ins Leben gerufen wurde. Zwei Jahre später erfüllte sich dann der Traum der Fachschaft Fußball: In Eigenhilfe, mit Unterstützung der Eisenhütte "Westfalia", wurde die Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Cappenberger See erstellt. Dies brachte für den Trainingsbetrieb eine erhebliche Erleichterung, entfielen doch so weitestgehend die Trainingseinheiten in den Hallen. In den folgenden Jahren wurden unter der Fachschaftsleitung von Wilhelm Schulte viele sportliche Erfolge und gesellschaftliche Höhepunkte gefeiert.

Im Zuge der kommunalen Eingliederung in den Kreis Unna und der Zugehörigkeit des Ortsteils Wethmar zur Stadt Lünen im Jahre 1975 wurde der TuS auch ein echter Bestandteil der Lüner Sportszene. Die Aufnahme in den Stadtsportverband war die logische Folge. Sportlich blieben die Grün-Weißen jedoch weiterhin im Kreis Lüdinghausen beheimatet und auch die Erfolge blieben: 1978 gelang der 1. Mannschaft unter Trainer


Aufstieg in die Bezirksliga


Norbert Fittinghoff wieder der Aufstieg in die Bezirksklasse, die bis 1982 gehalten werden konnte. Am 3. Januar 1983 konnte die örtliche Presse gar vermelden, dass die Seniorenmannschaft des TuS sich erstmals den Titel "Lüner Hallenstadtmeister" sichern konnte. Gar überregional machte das Alt-Herren-Team von sich reden: Es gewann das Rheingold-Turnier 1982 in Bingen, an dem 23 Mannschaften aus ganz Deutschland teilgenommen hatten (s. Bild unten rechts). Mit dem Sieg bei den Hallenstadtmeisterschaften 1987 gelang es, sportlich ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen.

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Vergessen sei auch nicht die vorbildliche Jugendarbeit des TuS. Die Jugendleitung um Josef Meier hat den Kindern und Jugendlichen ein sportliches Umfeld bereitet, das als beispielhaft anzusehen ist. Neben der hervorragenden Betreuung der Kinder und Jugendlichen ist es den Verantwortlichen auch ein großes Bedürfnis, die Eltern in das Hobby ihrer Kinder mit einzubeziehen. Im Jahre 1988 feierte die Fachschaft ihr 40-jähriges Jubiläum. Die Jugendleitung richtete unter der Leitung von Josef Meier und Wilfried Mertens in der Kampfbahn Schwansbell ein mehrtägiges internationales A-Jugend-Turnier aus. Beispielhaft seinen hier nur die Teilnehmer Borussia Dortmund, FC Schalke 04, VfL Bochum, PEZ Zwolle oder Banik Ostrau genannt. Im Spieljahr 1989/90 konnten alle Schüler- und Jugendmannschaften gute Spitzen- und Mittelplätze in den Leistungsklassen der Kreises Lüdinghausen erreichen. Ebenso blieben Erfolge bei den Kreis- und Stadtmeisterschaften nicht aus.

Das Jahr 1990 war dann für die Senioren der Grün-Weißen in ihrer langjährigen Vereinsgeschichte ein ganz besonderes: Unter der Betreuung von Trainer Günter Spitzer und Obmann Hans Jäger konnte nicht nur die Meisterschaft und der Aufstieg in die Bezirksklasse gefeiert werden, es wurde auch der Kreispokal gewonnen und der TuS spielte folgerichtig auf Landesebene. Nach einem Sieg gegen Ibbenbüren folgte in der zweiten Runde der SC Verl. Dieser Gegner war - zudem noch auf fremdem Terrain in Ostwestfalen - jedoch eine Nummer zu groß und der TWW schied nach großem Kampf aus dem Wettbewerb aus.

Im Jahr 1996 wurde ein großes Problem entschlossen in Angriff genommen: Die 1969 erstellte Flutlichtanlage war renovierungsbedürftig. In Verbindung mit der Stadt Lünen konnte ein Konzept erarbeitet werden, welches Eigenleistungen und finanzielle Unterstützung der Stadt beinhaltete. Ein Jahr später war der Kraftakt erfolgreich bewältigt und die Anlage erstrahlte wieder in hellstem Licht. Ein weiteres Problem stellte der Zustand der Umkleidekabinen dar, die seit der Platzeinweihung 1963 kaum verändert wurden. Auch hier wurde mit finanzieller Unterstützung der Stadt Lünen in Eigenhilfe für eine Renovierung gesorgt. Neue Kabel wurden verlegt, die Duschanlage erneuert, die Räume wurden gefliest und der gesamte Trakt erhielt durch abschließende Malerarbeiten ein neues Outfit.

Das Jahr 1997 brachte aber noch einen gravierenden Einschnitt in das Vereinsleben des TuS. Mit der Stadt Lünen wurde ein Vertrag geschlossen, der beinhaltete, dass die Sportanlage Cappenberger See mit allen


Sportanlage wird dem Verein überlassen


zur Anlage gehörenden Einrichtungen dem TuS zur sportlichen Nutzung und zur ständigen Betreuung durch den Verein überlassen wird. Dem Verein wurde das Hausrecht auf der Anlage übertragen, seitdem obliegt die Pflege der Anlage dem TuS.

Auch zur Feier des 50-jährigen Jubiläums des TWW im Jahre 1998 ließen sich die Grün-Weißen einiges einfallen. So fand im Rahmen der Festivitäten vom 7. Juli bis zum 18. Juli ein großes Jubiläumsturnier mit jeweils zehn Senioren- und Alt-Herren-Mannschaften am Cappenberger See statt. Dabei gaben sich unter anderem die Lokalrivalen Lüner SV, BV Brambauer, BW Alstedde, BV Lünen und VfB Lünen die Ehre.

In der jüngeren Vergangenheit konnte die Westfalia mit einigen nennenswerten Erfolgen auf sich aufmerksam machen. So konnte die C-Jugend nicht nur zahlreiche Stadtmeistertitel auf dem Feld- und in der Halle einheimsen, sondern siegte 2004 auch souverän im Kreispokalfinale. Nach einer erfolgreich überstandenen Runde im anschließend folgenden Westfalenpokal kam gegen die Vertretung des FC Gütersloh das denkbar knappe Aus durch ein 1:2 auf heimischem Geläuf.

Auch die A-Junioren konnten ein Jahr später begeistern und fuhren souverän den Meistertitel in der Kreisliga A ein, ehe man sich in der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga jedoch den etwas stärkeren Teams aus Mettingen und Burgsteinfurt geschlagen geben musste. Im letzten Jahr dann schließlich spielte die blutjunge erste Mannschaft unter Trainer Andreas Schneider eine bärenstarke Saison und musste, nachdem man viele Spieltage auf Tabellenplatz eins gethront hatte, am Ende doch Fortuna Seppenrade in die Bezirksliga aufsteigen lassen.

Als kleiner "Trost" begeisterten die Grün-Weißen dann jedoch mit "Zauberfußball" bei den Hallenstadtmeisterschaften und schossen sich bis ins Endspiel, wo sich Verbandsligist Lüner SV aber doch als eine Nummer zu groß erwies. Anschließend belegte der TuS bei den Kreishallenmeisterschaften in der Dammwiese, wo die Westfalia übrigens selbst auch noch als Ausrichter fungierte, einen starken vierten Rang. Im Jahr davor musste sich die Schneider-Elf gegen GW Selm sogar erst im Endspiel geschlagen geben.

Historisches tat sich auch abseits des Platzes. Nach unzähligen Jahren an der Spitze der Jugend löste Bernd Völkering 2009 Josef Meier als Jugendleiter ab. Nur ein Jahr später wurde dann endlich auch der Kunstrasenplatz am Cappenberger See fertiggestellt. Durch massive Eigenleistungen hatte auch die große Westfalia-Familie einen nicht unerheblichen Anteil daran.

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Jubel am Cappenberger See: die Erste steigt 1991 in die Bezirksliga auf. Es gratulierten (v.l.) Bernd Schröder und Gilbert Rötte (beide BW Alstedde), Betreuer Manfred Flechtner sowie Kreisvorsitzender Werner Kretschmar dem Trainer Günter Spitzer sowie den Aktiven Frank Anderson, Rudi Hermannspan, Martin Pella, Thomas Metzger, Andreas Podszuck, Anton Langenkämper, Enno Postrach, Jörg Lohmann, Frank Hermannspan, Kassierer Wilhelm Schulte, Arno Grünig, Ludwig Siegeroth, Hans-Werner Jäger, Stefan Stenzel, Jörg Dürr und Betreuer Siegfried Meier und Fachschaftsleiter Manfred Chojnicki.

Momentan freut sich die Fußballabteilung des TuS über weit mehr als 500 Mitglieder und klagt dabei gleichzeitig über immer größer werdende Platzprobleme auf der Sportanlage am Cappenberger See, denn in der letzten Spielzeit jagten nämlich nicht weniger als 24 Mannschaften (19 Jugendteams, drei Senioren- und zwei Alt-Herren-Teams) dem runden Leder hinterher.

Sportlich könnte es allerdings kaum besser laufen. Im ersten Jahr unter Spielertrainer Alexander Lüggert holte die Westfalia-Erste (Bild links) mit über 80 Punkten (mehr holte noch keine Mannschaft jemals im Kreis Lüdinghausen) in der A-Liga gleich die Meisterschaft und darf damit nun erstmals seit über 21 Jahren wieder in der Bezirksliga ran. Jubeln durfte auch die dritte Seniorenmannschaft. Auch hier reichte es zum Titel und damit dem Sprung in die Kreisliga B. Die Meisterschaft konnten sich auch die B-Junioren (bereits zum dritten Mal in Reihe) und A-Junioren in der A-Liga sichern. In der Aufstiegsrunde zur Bezirksliga scheiterten beide allerdings knapp.