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Vize-Titel mit bitterem Beigeschmack

B-Junioren unterliegen Alstedde und hadern mit Modus und mangelndem Fair-Play

Veröffentlicht von TuS Westfalia Wethmar e.V.
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Die am vierten Adventssonntag im Modus „Jeder gegen Jeden“ ausgetragene Konkurrenz der B-Junioren hat mit dem Favoriten BW Alstedde einen Stadtmeister gefunden. Mit dem Vize-Titel bei den Hallenstadtmeisterschaften mussten sich letztlich die B-Junioren des TuS Westfalia Wethmar begnügen.

Nachdem das erste Spiel gegen den SV Preußen mit 3:0 gewonnen werden konnte, verloren die Grün-Weißen im Nordduell gegen BW Alstedde mit 1:3. Im letzten Spiel des Tages konnte sich die Westfalia mit einem 5:1-Erfolg gegen den BV Brambauer 13/45 den Vize-Titel sichern.

Überzeugen konnten die Stadtmeisterschaften weder auf sportlichem Niveau noch im Umgang miteinander, das ganze Turnier hatte einen bitteren Beigeschmack. „Glückwunsch an Alstedde. Leider konnten wir uns als beste Mannschaft des Turniers nicht den Titel sichern. Dafür haben wir uns im Gegensatz zu den anderen Mannschaften sportlich fair präsentiert. Das Auftreten der anderen war teils einfach nur beschämend“, sagte TuS-Coach Daniel Nowak.

Von Beginn an konnte man bei der Veranstaltung den Eindruck gewinnen, dass es sich nicht um ein Fußball- sondern um ein American-Football-Turnier handelte. So legten es die drei Gegner der Grün-Weißen häufig darauf an, eher den Gegner als den Ball zu spielen. Zudem wurden die Jungs der Westfalia häufig provoziert oder auch beleidigt. „Es ist schade, dass einige Mannschaften lieber etwas anderes machen, als einfach nur Fußball spielen zu wollen. Was sich die Jungs teilweise anhören mussten und wie gegen sie agiert wurde, ist einfach grenzwertig. Gegen körperbetonten Fußball habe ich nichts, aber irgendwo hört der Spaß auf. Ich habe noch nie so viele Zeitstrafen und Feldverweise bei der B-Jugend gesehen. So macht es einfach keinen Spaß mehr und das empfanden die Jungs genauso. Wir können froh sein, dass wir ohne Verletzte nach Hause gefahren sind“, kritisierte Nowak.

Zudem lobte er jedoch seine Truppe: "Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie das alles weitestgehend klaglos über sich haben ergehen lassen. Bei einem solch positiven Auftreten merkt man dann einfach, dass Titel nicht alles sind.“ Auch Wethmars Kapitän Luca Grimm schlug weit nach Ende des Turniers in dieselbe Kerbe und konnte sich Kritik an seinen Sportskameraden nicht verkneifen. Grimm hatte bereits Erfahrungen mit sportwidrigen und tätlichen Angriffen auf dem Fußballfeld gemacht. „Was heute abging, verstehe ich immer noch nicht. Viele wollten uns einfach nur mit ihrem Einsteigen und ihren Sprüchen provozieren. Die wollten überhaupt keinen Fußball spielen“, sagte Grimm und fügte noch hinzu: „Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Dabei betreiben wir Fußball alle als Hobby und soll uns Spaß bereiten. Da waren wir heute weit von entfernt!“

Die beiden Schiedsrichter zeigten sich keineswegs regelsicher und trugen mit ihrer zu seichten Art bei der Verteilung persönlicher Strafen zur rauen Gangart des Turniers bei. Trotzdem gab es im Verlauf des Turniers unzählige Zeitstrafen sowie jeweils eine rote Karte gegen Alstedde und Preußen. Die Grün-Weißen waren die sportlich fairste Mannschaft, erhielten lediglich eine Zeitstrafe. Trauriger Höhepunkt war dabei sicherlich das Spiel zwischen Brambauer und Preußen, gab es dort doch gleich fünf Zeitstrafen sowie eine rote Karte. Zum Ende des Spiels saßen gleich drei Spieler auf der Strafbank. Zudem wurden die Trainer von Brambauer und Preußen des Innenraums verwiesen und durften sich das Geschehen fortan vom Oberrang anschauen.

„Leider haben die Schiedsrichter heute überhaupt keinen guten Job gemacht. Sie waren nicht regelsicher und waren viel zu nachsichtig. Auch wusste ein Schiedsrichter leider nicht, was das Wort Respekt bedeutet. Auf eine freundliche Nachfrage meinerseits nach einem Spiel hieß es dann nur, ich solle das Regelwerk lesen. Und das vor Ohrenzeugen. Die Schiedsrichter erwarten ihnen gegenüber immer Respekt, dann sollten sie diesen in diesem Falle aber auch mir gegenüber zeigen. Ich habe mich auch nach jedem Spiel, egal wie es geleitet wurde, bei den Schiedsrichtern für die Spielleitung bedankt“, sagte Nowak.

Im Spiel gegen den SV Preußen benötigten die Jungs vom Cappenberger See ein paar Minuten um sich zurechtzufinden. Wethmar war über alle Strecken des Spiels die dominierende Mannschaft und versuchte den Gegner mit spielerischen Mitteln zu knacken. Preußen hingegen beschränkte sich darauf, die Westfalia mit übermäßigen und hartem Einsteigen, sowie provokantem Verhalten in die Knie zu zwingen. Nach einer guten Kombination wurde Leon Beile freigespielt und konnte den Führungstreffer erzielen (5.). Nach der Pause erhöhte dann Frederic Fischer mit einem sehenswerten Treffer aus der eigenen Hälfte hinaus auf 2:0. Vorher hatte Mattis Kühlkamp den SVP-Keeper entscheidend irritiert (11.). Den Schlusspunkt setzte dann Jason Jäger, der im direkten Duell mit dem gegnerischen Schlussmann die Oberhand behielt (14.).

Auch in diesem Spiel gab es einige Zeitstrafen. So wurde Benedikt Lehn zeitgleich mit einem SVP-Akteur auf die Strafbank geschickt. Zuvor durfte sich ein SVP-Akteur ebenfalls zwei Minuten abkühlen. Auch dort erwiesen sich die Schiedsrichter dann nicht als regelsicher. Nachdem Fischer während der 3-gegen-3-Situation seinen Treffer erzielte, schickte der zweite Schiedsrichter den SVP-Akteur zurück aufs Feld. Laut Regelwerk darf sich aber nur eine Mannschaft vervollständigen, wenn sie in Unterzahl einen Gegentreffer kassiert hat. „Wir haben das Spiel hochverdient gewonnen. Warum Benedikt als Opfer ebenfalls auf die Strafbank musste, habe ich aber nicht verstanden. Dass Preußen sich dann nach einem Treffer in Gleichzahl allerdings vervollständigen durfte, habe ich noch weniger verstanden und ist eine absolute Frechheit. Diese Entscheidung habe ich geschluckt, den Schiedsrichtern diesen Fehler nicht vorgeworfen“, so Nowak.

Das Spiel gegen den Nordrivalen BW Alstedde war dann bereits das entscheidende Duell des Turniers, zu schwach präsentierten sich vorab Brambauer und Preußen. In diesem Spiel zeigte sich fast die komplette Halle gegen den TuS, pfiff und buhte die Jungs vom Cappenberger See aus und schleuderte ihnen wenig freundliche Schmährufe entgegen. Die Westfalia war das bessere Team, hatte mehr Chancen, aber die deutlich schlechtere Chancenverwertung. Alstedde hingegen machte aus seinen wenigen Chancen drei Tore.

Es war ein sehr intensives Spiel, in dem Wethmar erneut hart angegangen und provoziert wurde. Somit versuchte BWA den Spielfluss der Grün-Weißen zu hemmen. Auch in diesem Spiel gewährte der Schiedsrichter wieder zu viel Spielraum. Mit dieser Spielweise hatte Alstedde dann auch Erfolg. Nach einem Ballverlust spielte es BWA gut aus und konnte den Führungstreffer erzielen (5.). Kurz danach handelte sich ein BWA-Akteur eine Zeitstrafe ein, die Wethmar allerdings nicht konsequent genug ausspielte. Nach der Pause war es dann an Beile, der den Ausgleichstreffer erzielen konnte. Er wurde kurz vor dem Tor freigespielt und vollendete ins lange Eck (11.).

Nun begann eine Phase, in der der TuS einige gute Möglichkeiten erspielen konnte. Zwei davon parierte der BWA-Schlussmann allerdings überragend. Bei der zweiten Großchance kam es zum Aufreger des Spiels. Im 1-gegen-1 gegen Lukas Knoke konnte der Torwart den Einschlag verhindern. Der Abpraller trudelte anschließend durch den Strafraum zu Jäger, der mit einer Grätsche am Abschluss gehindert wurde. Der Schiedsrichter wollte allerdings kein regelwidriges Hineingleiten sondern nur einen Ausfallschritt erkannt haben. Fast im direkten Gegenzug konnte Alstedde dann den erneuten Führungstreffer erzielen (14.).

Wethmar warf daraufhin noch einmal alles in die Waagschale. BWA kassierte kurz vor Schluss noch eine erneute Zeitstrafe. In Überzahl erlaubte sich man sich dann einen Lapsus, sodass Alstedde quasi mit der Schlusssirene den dritten Treffer erzielen konnte (16.). „Wir haben eigentlich ein sehr gutes Spiel gezeigt. Lediglich unsere Chancenverwertung hat uns hier um den Sieg gebracht. Leider hat auch hier der Schiedsrichter eine entscheidende Rolle gespielt. Das war eine klare Grätsche am Mann und die ist beim Futsal nun einmal verboten. Die Konsequenz daraus wäre ein Neunmeter für uns sowie ein Feldverweis für den BWA-Akteur gewesen. Mit dem Neunmeter erzielen wir wahrscheinlich das 2:1 und gehen nicht kurz darauf in Rückstand. Von daher hatte diese Entscheidung schon einen spielentscheidenden Einfluss“, ärgerte sich Nowak.

Nach zehn Minuten Verschnaufpause ging es für Wethmar Im letzten Spiel gegen den BV Brambauer 13/45 darum, die rechnerische Chance auf den Titel zu erhalten und mindestens den Vize-Titel zu sichern. Auch Brambauer agierte sehr hart, und durfte sich mit nur einer Zeitstrafe glücklich schätzen. Den Grün-Weißen merkte man zu Beginn noch die Enttäuschung aus dem Vorspiel an und ging folgerichtig mit 0:1 in Rückstand (2.). Die Jungs vom Cappenberger See berappelten sich dann aber relativ schnell. Innerhalb von zwei Minuten konnten sie dann drei Treffer erzielen. Tom Beling wurde vor dem Tor angespielt, bewies eine sehr gute Übersicht und legte den Ball auf Niklas Tittelbach ab, der dann überlegt zum Ausgleich abschloss (4.). Im Anschluss kam es dann zu einem seltenen Gefühl für T. Beling. Er wurde vor dem Tor freigespielt und vollendete zur Führung (5.). Den dritten Wethmarer Treffer erzielte dann noch Beile (5.).

Nach der Pause zeigte sich Wethmar zuerst wenig zielstrebend, war es doch sehr unwahrscheinlich, dass Preußen im abschließenden Spiel gegen Alstedde einen Sieg sollte einfahren können. Es entwickelte sich kurzzeitig ein offener Schlagabtausch mit vielen Möglichkeiten auf beiden Seiten, ehe der TuS das Spiel doch wieder kontrollieren konnte. In den letzten beiden Minuten erzielten dann noch Kühlkamp (15.) und erneut Beile (16.) die Treffer vier und fünf für die Westfalia. „Auch hier haben wir verdient gewonnen, die große Freude hielt sich nach dem Spiel aber in Grenzen“, sagte Nowak.

Im abschließenden Spiel des Tages war Wethmar auf Schützenhilfe der Preußen angewiesen. Diese blieb allerdings aus, denn Alstedde fertigte den SVP mit 7:1 ab. Nowak fühlte sich in seiner Kritik am Wettbewerbsmodus am Ende bestätigt, zeigte sich Preußen, obwohl noch mit theoretischen Chancen auf den Titel, ohne großen Ehrgeiz im Spiel gegen den BWA. „Mit Alstedde hat nach dem insgesamt vierten Spiel der Stadtmeister praktisch festgestanden. Somit waren die letzten Spiele nur noch für die Galerie. Es war abzusehen, dass Preußen im letzten Spiel gegen Alstedde nicht mehr mit der letzten Konsequenz agiert“, sagte Nowak und fügte abschließend hinzu: „Bei so einer Veranstaltung – sowohl vom Modus als auch beim Umgang miteinander – können wir uns eine Teilnahme eigentlich sparen. Das macht keinen Spaß mehr.“

TWW: Sikora – T. Beling, Grimm, Grohs, Beile, Fischer, Tittelbach, Jäger, Knoke, Lehn, Kühlkamp, Czarnietzki.

TWW – SVP 3:1 (1:0)

Tore: 1:0 (5.) Beile, 2:0 (11.) Fischer, 3:0 (14.) Jäger.

TWW – BWA 1:3 (0:1)

Tore: 0:1 (5.), 1:1 (11.) Beile, 1:2 (14.), 1:3 (16.).

TWW – BVB 5:1 (3:1)

Tore: 0:1 (2.), 1:1 (4.), 2:1 (5.) T. Beling, 3:1 (5.) Beile, 4:1 (15.) Kühlkamp, 5:1 (16.) Beil.

B-Jugend - Sonntag, 23.12. ("Jeder gegen jeden" - Gruppensieger ist neuer Stadtmeister)

Gruppe 1: BV Brambauer, BW Alstedde, SV Preußen, Westfalia Wethmar.

17.30 BV Brambauer - BW Alstedde 2:4

17.50 SV Preußen - Westfalia Wethmar 0:3

18.20 BV Brambauer - SV Preußen 1:3

18.40 BW Alstedde - Westfalia Wethmar 3:1

19.10 Westfalia Wethmar - BV Brambauer 5:1

19.30 SV Preußen - BW Alstedde 1:7

Stadtmeister 2018/19: BW Alstedde.

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