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Der Ball rollt digital #011 - TuS-Mannschafts-Tagebuch

B1-Junioren liefern eine bis zur Saison-Unterbrechung überragende Serie ab

Veröffentlicht von TuS Westfalia Wethmar e.V.
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Die B1-Junioren spielen eine überragende Saison.

Der Ball und auch weitestgehend das öffentliche Leben ruhen aufgrund des Corona-Virus in der Bundesrepublik Deutschland – so auch bei den B-Junioren des TuS Westfalia Wethmar.

Die Corona-Krise hätte mit Tarek Bali, Kevin Berka, Paul Sikora sowie die zu den A-Junioren aufgerückten Steffen Beling und Jason Jäger auch Akteure des TuS treffen können, die eigentlich am 5. März zu einer Skifreizeit nach Südtirol hätten aufbrechen sollen. Diese wurde erst einen Abend vor Fahrtbeginn von der Schule abgesagt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Corona-Thema noch keine große Präsenz in Deutschland, dafür war Italien zu diesem Zeitpunkt schon stark betroffen. „Mein erster Gedanke war, dass das totaler Schwachsinn ist. Mit knapp drei Wochen Abstand sage ich nun aber, dass dies die vollkommen richtige Entscheidung war“, sagt Kevin Berka rückblickend. Auch die ab Karfreitag geplante Fahrt nach Spanien wird aufgrund der derzeitigen Situation nicht stattfinden können. Die Absage des Veranstalters ereilte die Mannschaft vor zehn Tagen, nachdem in Spanien eine Ausgangssperre verhängt wurde. „Für die Jungs ist das natürlich schade, da sie sich schon lange auf die Fahrt gefreut haben. Diese Entscheidung war aber alternativlos. In der jetzigen Situation ist an so eine Reise nicht zu denken“, äußert Trainer Daniel Nowak vollstes Verständnis für die Absage.

Knapp zwei Wochen ist es nun her, dass sich die Mannschaft vorerst das letzte Mal zum Training versammelt hat und die Vorbereitung auf das ursprünglich geplante Spiel beim FSC Rheda fortgeführt hat. Als Bundeskanzlerin Merkel auf ihrer ersten Corona-Pressekonferenz dazu aufrief, auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen und Sozialkontakte zu verzichten, ahnte Nowak schon, dass es mit Fußballspielen in absehbarer Zeit erst mal nichts wird: „Ich habe noch am gleichen Abend in unsere WhatsApp-Mannschaftsgruppe geschrieben, dass ich davon ausgehe, dass wir wahrscheinlich bis zu den Osterferien nicht mehr spielen werden. Das hat sich am Tag darauf dann ja auch bestätigt, als der FLVW sämtliche Spiele bis zum 19. April abgesetzt hat. Der Verein hat dann zudem die richtige Entscheidung getroffen, auch den Trainingsbetrieb auszusetzen“

Bis dahin verlief die Saison für die Mannschaft äußerst erfolgreich. In der Vorbereitung standen für die Mannschaft gleich zwei Highlights an: Gegen das Fussball Project NY Academy bestritten die Grün-Weißen ein Testspiel auf heimischer Anlage, welches sie mit 8:0 für sich entscheiden konnten. Um das Ganze abzurunden, hatte man den Gast vorab zu einem gemeinsamen Grillen nach dem Spiel eingeladen. Zudem absolvierte der TuS-Nachwuchs am letzten Wochenende der Sommerferien noch ein Trainingslager in Rheine, welches von der gesamten Mannschaft auch als absoluter Erfolg angesehen wurde. Gemeinsam wurde dort in vielen Trainingseinheiten auf dem Platz gearbeitet sowie eine Bogenschießen-Einheit absolviert. Zudem wurde mit anderweitigen außersportlichen Aktivitäten, darunter ein Karaoke-Abend und ein Besuch im Freibad, das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und einfach nur gemeinsam Spaß gehabt. „Das Trainingslager war echt toll und hat uns als Team zusammengeschweißt. Die besten Freunde untereinander, aber auch Jung- und Altjahrgänge“, zogen der damalige Kapitän Tom Beling und sein Stellvertreter Jason Jäger ein gemeinsames positives Fazit.

Auch Nowak erinnert sich: „Von diesem Trainingslager haben wir enorm profitiert, konnten durch unseren Teamgeist in den ersten drei Saisonspielen jeweils einen Rückstand in einen Sieg drehen.“ In der Tat gelangen an den ersten drei Spieltagen die Siege jeweils nach einem Rückstand. Im ersten Bezirksliga-Spiel nach dreijähriger Abstinenz gelang nach 0:2- und 1:3-Rückstand ein 4:3-Erfolg gegen Mitaufsteiger JSG Schwaney/Egge. Beim SV Heide Paderborn lag man durch ein unglückliches Eigentor mit 0:1 hinten, ehe die Jungs vom Cappenberger See in den letzten sechs Minuten noch zwei Tore erzielen konnten und die Euphorie nach dem Siegtreffer in der 79. Minute keine Grenzen mehr kannte. „Das Tor war so eine Befreiung für die Mannschaft. Als der Ball im Tor war, ging alles sehr schnell. Ich habe nur noch gesehen, wie alle auf mich zugelaufen sind und mich umarmt haben. Es war einfach ein sehr geiles Gefühl für mich. Es war unglaublich, was dieses Tor mit der Mannschaft gemacht hat“, beschrieb Siegtorschütze Oskar Koert damals seine Gefühle.

Auch im dritten Saisonspiel gegen den SVE Jerxen-Orbke II gelang es der Mannschaft einen Rückstand zu drehen. Der Unterschied zu den beiden vorherigen Spielen war einzig, dass der TuS-Nachwuchs sogar erst in Führung ging, ehe Jerxen-Orbke das Spiel zu seinen Gunsten drehte. So stand am Ende ein 3:2-Erfolg für die Westfalia in den Büchern. Mit dem Ziel Klassenerhalt gestartet, standen die Grün-Weißen plötzlich mit neun Punkten aus drei Spielen auf Platz zwei. „Das war für uns ein überragender Saisonstart. Das hätten wir so nicht erwartet“, waren sich Beling und Jäger damals schnell einig. Auch im Rückblick stimmt Nowak seinen beiden damaligen Spielführern zu: „Wir wollten erst einmal in der Liga ankommen. Das ist uns schneller gelungen als erwartet. Diese Spiele haben uns einen Push gegeben und gezeigt, dass wir es mit jedem Gegner in der Liga aufnehmen können.“

Auch in den folgenden Spielen bis zu den Herbstferien sollte es positiv weitergehen. Einem 5:1-Sieg bei der SpVg Beckum folgte ein ungefährdeter 3:0-Erfolg im Heimspiel gegen den FSC Rheda. Im letzten Spiel vor den Herbstferien glückte dann ein erneut ein 5:1-Auswärtssieg, diesmal beim FC Kaunitz. Damit behielten die Grün-Weißen ihre bis dato blütenweiße Weste, rangierten zum Beginn der Herbstferien mit 18 Punkten und einem Torverhältnis von 22:8 auf Tabellenrang zwei.

Nach den Ferien kam es dann zum echten Knallerspiel gegen den punktgleichen Spitzenreiter Hammer SpVg II. In diesem begegneten sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe, welches Hamm knapp mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Diese Niederlage schüttelte der TuS-Nachwuchs aber schnell ab, denn er war sich bewusst, dass er auch gegen Hamm eine starke Leistung gezeigt hatte. Denn auch schon zu diesem Zeitpunkt unterstützte die Mannschaft die A-Junioren in personeller Hinsicht, gab dabei einige bewährte Kräfte nach oben.

Dass die Niederlage keine Spuren hinterlassen hatte, zeigte sich dann im nächsten Spiel gegen den SC Wiedenbrück II. Dies entschied die Mannschaft mit einem 2:0 für sich und konnte durch diesen Erfolg wieder mit der Hammer SpVg II gleichziehen, die ihr Spiel gegen Heide Paderborn mit 0:1 verlor. Zu einem grenzwertigen Duell sollte es dann bei RW Ahlen II kommen, denn trotz sehr schlechter Platzbedingungen entschied sich der Schiedsrichter dazu, die Partie anzupfeifen. So glich das Spiel dann eher einer Rutschpartie, bei der die Jungs vom Cappenberger See die bessere Standfestigkeit bewiesen und einen 4:2-Sieg mit zurück nach Lünen nehmen konnten. Mit diesem Sieg sicherte man sich auch erstmalig die Tabellenführung, da das Spiel der Hammer SpVg II gegen den SC Wiedenbrück II ausfiel.

Eine Woche später verlor Hamm dann überraschend mit 0:1 gegen SVE Jerxen-Orbke II. So hatte der TuS-Nachwuchs am darauffolgenden Dienstag die Chance, sich mit einem Erfolg gegen den Tabellenletzten JSG Oestinghausen die Tabellenführung unter den Weihnachtsbaum zu legen. Diese Hürde nahm die Mannschaft letztlich auch, gewann mit 4:1 und feierte damit Weihnachten als Tabellenführer. „Das war eine Hinserie, wie sie kaum besser hätte laufen können. Absolut überragend, was die Jungs gezeigt haben und wie sie sich entwickelt haben“, ist Nowak auch heute noch voll des Lobes über die Hinrunde.

In den Winterferien stand dann die kurze Hallensaison an, die für die Jungs vom Cappenberger See mit zwei Stadtmeistertiteln endete. Den ersten holte man sich am 29. Dezember bei den offenen Stadtmeisterschaften in Werne. Als klassenhöchstes Team hatte man dort natürlich die Favoritenrolle inne und dieser wurde die Mannschaft auch vollumfänglich gerecht. Mit vier Siegen aus vier Spielen und bei einem Torverhältnis von 32:0 sogar gegentorlos holte man sich ungefährdet den Titel. Da eine Mannschaft leider nicht angetreten war, bestritt man nur noch zwei Vorrundenspiele. Nach einem 6:0-Auftakterfolg gegen SuS Kaiserau II, schoss man im zweiten und letzten Vorrundenspiel die Mannschaft vom SG Bockum-Hövel mit 13:0 vom Parkett. Im Halbfinale stellte dann Gastgeber Eintracht Werne keine Hürde dar und wurde mit 6:0 in die Schranken gewiesen. Im Finale ging es dann gegen die JSG Rünthe/Weddinghofen, welche die Grün-Weißen ebenfalls vor keine nennenswerten Probleme stellen konnte. Nach einem 7:0-Kantersieg standen die Grün-Weißen als Sieger der offenen Werner Stadtmeisterschaften fest.

Auch zwischen den Spielen hatte die Mannschaft dabei zusammen auch viel Spaß und einiges zu lachen. „Wenn wir nicht teilgenommen hätten, wäre das Turnier sogar spannend gewesen. Obwohl wir nicht mit 100 Prozent gespielt haben, waren wir klar die beste Mannschaft und haben auch völlig verdient den Titel geholt. Für uns war das ein leichter Aufgalopp für die Stadtmeisterschaften in Lünen am Nachmittag.“

Zwei Stunden später stand die Vorrunde der Stadtmeisterschaft in Lünen an, die mit dem Sieg der Vorrundengruppe ebenfalls erfolgreich bestritten wurde. In einem turbulenten Auftaktspiel wurde BW Alstedde mit 2:1 bezwungen. In einem noch turbulenteren zweiten Vorrundenspiel erzielte Conner Schönfelder zwei Sekunden vor Schluss noch den Ausgleichstreffer zum 3:3 gegen den BV Brambauer 13/45. Mit einem 5:1-Sieg gegen den Lüner SV machte man den Finaleinzug letztlich klar, ehe im letzten Spiel gegen den BV Lünen mit einem 4:1 der Gruppensieg festgemacht wurde.

Am 5. Januar ging es dann im Finale erneut im Nordderby gegen BW Alstedde. In einem spannenden Spiel konnten die Grün-Weißen einen Rückstand zu ihren Gunsten drehen, ehe Alstedde erneut ausgleichen konnte. Somit musste die Entscheidung im Neunmeterschießen fallen. Die ersten Schützen verschossen jeweils, während die beiden nachfolgenden Schützen beider Teams jeweils trafen. Wethmars vierter Schütze Jason Jäger traf, Paul Sikora hielt den darauffolgenden Neunmeter und ließ die Grün-Weißen in einer Jubeltraube feiern. „Im Neunmeterschießen ist natürlich immer eine Portion Glück mit dabei, wir haben das Finale aber trotzdem verdient für uns entschieden. Die Freude war natürlich riesig“, erinnert sich Nowak gern zurück.

Nach den Erfolgen in der Halle ging dann auch bald die Meisterschaft auf dem Feld weiter. Die Rückrunde stand dann allerdings unter veränderten Vorzeichen, denn mit Steffen und Tom Beling sowie Jason Jäger rückten drei etablierte Kräfte fest zu den A-Junioren auf, um sie im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksliga zu unterstützen. Mit einem 3:1-Erfolg bei der JSG Schwaney/Egge startete man dann auch erfolgreich in die Rückrunde. In den zwei darauffolgenden Spielen folgte dann aber jeweils ein Dämpfer, denn die Spiele verlor die Mannschaft mit 1:3 gegen Heide Paderborn und mit 1:5 beim SVE Jerxen-Orbke II.

Im letzten Spiel vor der Corona-Pause konnte die Westfalia dann wieder ein Erfolgserlebnis einfahren und die Partie gegen die SpVg Beckum mit 2:1 für sich entscheiden. „Wir haben gegen Beckum gut gekämpft, spielerisch war aber noch Luft nach oben. Wir haben uns für unsere kämpferische Leistung belohnt“, meinte der neue Kapitän Kilian Grohs, der Beling und Jäger ablöste. Mit diesem Erfolg festigte die Mannschaft mit 30 Punkten den dritten Rang in der Tabelle und hat dabei lediglich drei Punkte Rückstand auf die Hammer SpVg II. „Bis zum Zeitpunkt der Unterbrechung haben wir eine richtig starke Saison gespielt. Die Jungs haben die neue Situation auch klasse angenommen und gut mitgezogen. Und auch ein kleiner Durchhänger gehört mal zu einer Saison dazu, das ist nichts dramatisches“, lobt Nowak die Mannschaft.

Während der nun fußballfreien Zeit überlasst es das Trainerteam den Spielern selbst, wie und ob sie etwas für die Fitness tun. „Wir wollen den Jungs da überhaupt nichts vorschreiben. Es ist ja auch nicht absehbar, ob es wirklich nach den Osterferien weitergeht“, sagt Nowak und fügt noch hinzu: „Eventuell werden den Jungs noch Inhalte im taktischen Bereich fürs E-Learning zur Verfügung gestellt.“ Die Planungen für die kommende Saison waren zu zum Zeitpunkt der Unterbrechung bereits im vollen Gange, ruhen aufgrund der Corona-Krise aber derzeit.

Die ganze Mannschaft der B-Junioren wünscht allen Mitmenschen, dass sie gesund bleiben und hofft natürlich, dass alle die geltenden Regeln befolgen, damit sich die Lage möglichst schnell bessert und sie ihrem Hobby damit bald wieder nachgehen können. „Ich bitte alle, dass sie sich an die Regeln zum Schutze anderer halten. Ich weiß, wie wichtig das ist, denn mein Bruder, der noch jünger als ich ist, gehört zur Risikogruppe. Bleibt zuhause und bleibt gesund. Gerade die Risikogruppe wird es euch danken“, appelliert der 30-jährige Linienchef abschließend.

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